Die Wahrheit(en) über Zahngesundheit

Quer oder längs bürsten, täglich einen Apfel essen, Zahnpflegekaugummis ja oder nein? Schluss mit all den Fragen, Mythen und Unwahrheiten, die sich hartnäckig rund um die Zahngesundheit ranken. Hier die wichtigsten Wahrheiten – damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können!

„Die Zähne sollten Sie in keinem Falle nach jeder Mahlzeit putzen!“ diese Äußerung war mal etwas Neues. Sie kam aus dem strahlendweiß gesäumten Mund der freundlichen jungen Frau, die mir heute die Zähne reinigen wird. Von ihren Kolleginnen hatte ich bislang nur das Gegenteil gehört. Eine Widersprüchlichkeit, derer mir hinsichtlich der Tipps und Ratschläge zur optimalen Zahnpflege schon allzu viele untergekommen sind. So viele, dass ich irgendwann beschlossen habe, sie zu sammeln.

Wie geht eigentlich Zahngesundheit?

Das fragte ich hobbymäßig nicht nur Zahnärzte, Zahnarzthelferinnen, Apotheker und Dr. Google, sondern auch Freunde, Bekannte, Nachbarn und einigen fremde Sitznachbarn in der Bahn. Es geht um Bürstengröße und Beschaffenheit der Zahnseide, um ideale Putzfrequenz und den richtigen Rhythmus, um High-Tech-Zahnbürsten und die jeweils perfekte Putztechnik. Neben einigen unterhaltsamen Begebenheiten ergab sich, dass die allgemeine Meinung leider in einigen Punkten weit von der tatsächlich zahngesunden Wahrheit entfernt ist.

1. Wahrheit: Äpfel ersetzen keine Zahnbürste

Natürlich trägt eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse auch zur Zahngesundheit bei. Dass beispielsweise Äpfel oder Karotten wegen ihrer harten Konsistenz gegen Karies helfen, ist allerdings ein Irrglaube. Zwar reibt der herzhafte Biss in einen knackigen Apfel durchaus den oberflächlichsten Teil des Zahnbelags ab, aber der fest sitzenden Plaque kann er so allerdings nicht zu Leibe rücken. Da müssen schon Zahnbürste und –seide her

2 . Wahrheit: Die Pflege der Milchzähne ist enorm so wichtig

Wozu Zähne pflegen, die ohnehin in Kürze ausfallen? Ganz einfach: Fällt ein Milchzahn aufgrund von Karies aus, kann dadurch die Zahnkrone des darunter liegenden Zahnes geschädigt oder die Durchbruchposition des neuen Zahnes ungünstig beeinflusst werden. Deshalb gilt es so früh wie möglich einen soliden Grundstein für die spätere Zahngesundheit zu legen.

3. Wahrheit: Essen – 30 Minuten warten , dann Zähneputzen!

Jetzt ergibt die Äußerung meiner neuen Zahnpflegerin Sinn. Gemeint hatte sie natürlich nicht, ich solle das Zähneputzen nach dem Essen generell unterlassen, sondern ich solle es direkt nach dem Essen vermeiden. Der Grund dafür liegt im Säuregehalt vieler Lebensmittel, wie beispielsweise Früchten, Essig oder koffeinhaltiger Getränke. Die Säuren erweichen den Zahnschmelz. Greift man also direkt nach dem Kaffee zur Bürste, kann man damit gehörig den Zahnschmelz angreifen. Eine gute Faustregel: Essen, 30 Minuten warten, putzen. So lange braucht unser Speichel in etwa, um die Säure im Mund zu neutralisieren.

4. Wahrheit: Auf die Technik kommt es an

Gemeint ist weniger die Technik in der Zahnbürste. Denn ganz gleich, ob mit rotierendem Bürstenkopf, mit Schalltechnologie oder aber ohne elektrische Unterstützung, eine Regel gilt für alle Varianten: Viel hilft nicht viel! Das Geheimnis wirklich sauberer Zähne liegt in der optimalen Kombination aus Borstenhärte, Kraftaufwand und Bürstentechnik. Je weicher die Borsten, desto intensiver sollten Sie putzen. Das heißt nicht, dass Sie den Druck, sondern lediglich die Frequenz erhöhen sollten. Denn viel Druck schadet dem Zahnschmelz und dem Zahnfleisch. Die Bürste sollte sich immer „von Rot nach Weiß“ bewegen.

5. Wahrheit: Zahnpflegekaugummis sind kein Putzersatz

Genau wie beim Apfel gilt: die Plaque, unter der sich Karies bildet, lässt sich nur von Bürste und Zahnseide wirklich beeindrucken. Ein Zahnkaugummi kann hier nichts ausrichten, allerdings durchaus zu einer insgesamt besseren Mundhygiene beitragen. Von zuckerhaltigen Zahnpflegekaugummis sollten Sie natürlich generell die Finger lassen.

6. Wahrheit: Der Schwarz-Tee-Effekt – unschön aber unbedenklich

Was sich da als vermeintlich ungesunde Verfärbung auf den Zähnen eingefleischter Teetrinker bemerkbar macht, ist wenn überhaupt dann nur eine optische Problematik. Denn die oberflächliche Verfärbung ist absolut unschädlich und lässt sich problemlos bei einer professionellen Zahnreinigung wegpolieren.

7. Wahrheit: Der Raucher-Effekt – nicht schön und bedenklich

Rauchen verfärbt die Zähne nicht nur oberflächlich, sondern zieht auch tiefer in den Schmelz ein. Deshalb lassen sich die gelblichen Verfärbungen nur bedingt wegpolieren. Neben der Optik wird auch die Zahnfleischdurchblutung durch das Rauchen gestört, was zu Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und Zahnausfall führen kann.

8. Wahrheit: Alle acht Wochen Zahnbürstenwechsel

Nicht zweimal im Jahr oder wenn die Borsten sich in alle Himmelsrichtungen stellen, sondern ca. alle acht Wochen sollten Zahnbürsten, bzw. Zahnbürstenköpfe gewechselt werden. Zum einen weil dann die Reinigungswirkung abnimmt und zum anderen weil so eine Borstenkolonie die ideale Brutstätte für Bakterien und Keime darstellt.

9. Wahrheit: Gesunde Zähne erbt man nicht

Gesunde Zähne muss man sich selbst „verdienen“. Zwar ist die Dicke des Zahnschmelzes ebenso erblich, wie die Zahnstellung, die Gesundheit der Zähne ist allerdings stets das Ergebnis der eigenen Zahnpflege.

10. Wahrheit: Obacht bei aufhellenden Zahncremes

Einige Pasten enthalten aggressive Schmirgelstoffe, die den Zahnschmelz angreifen. Das schadet dem Zahn, der dann vielleicht schön weiß, dafür aber aber schutzloser und schließlich krank wird. Einige der Zahncremes sind aber auch unbedenklich, sofern man sie nur einmal die Woche verwendet. Halten Sie in jedem Falle Rücksprache mit Ihrem Zahnarzt, wenn Sie eine solche Zahncreme verwenden möchten.

11. Wahrheit: Zweimal im Jahr ab zum Profi

Eine professionelle Zahnreinigung und der anschließende Check beim Arzt sollten zweimal im Jahr zum Standardprogramm gehören. Das verhindert nicht nur überraschende Großeingriffe, sondern schützt auch den Geldbeutel.

Ich freue mich, wenn ich Ihr Wissen über Zahngesundheit mit den Ergebnissen meiner kleinen Hobby-Studie positiv bereichern konnte. Ich bleibe dran – vielleicht lässt sich die Liste ja über kurz oder lang noch erweitern.

1 Kommentar

  1. ./
    Was von Medien oder Zahnärzten, von denen ich mich angesprochen fühle, bislang nie zu hören war, ich jedoch für logisch richtig halte:

    1. Manuelles Zähneputzen heißt für Rechts- wie Linkshänder gleichermaßen: Zahnbürste bis zur Halbzeit mit der einen und danach bis zum Ende mit der anderen Hand führen (symmetrisches brush pattern) und
    2. die Wahl der passenden/falschen Zahncreme oder Zahncreme-Kombination beeinflusst sicherlich auch Wirkung und Erfolg des Zähneputzens.

    mfg
    joe müller
    .//

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