Tiere kennen keine Verkehrszeichen

Wildunfälle sind der Alptraum eines jeden Auto- und Motorradfahrers. Besonders gefährlich sind die Monate von August bis Januar aufgrund der Brunft- und Blattzeiten. Doch Vorsicht ist das ganze Jahr geboten.

Mehr als 250.000 Wildunfälle werden jährlich den Versicherungen gemeldet. Wildunfälle, also Kollisionen hierzulande vor allem mit Rehen, Wildschweinen oder Hirschen, sind damit kein Ausnahmeereignis. Meistens bleibt es glücklicherweise beim Sachschaden; Personen werden nur bei rund zwei Prozent aller Wildunfälle verletzt.

Nehmen Sie deshalb Warnschilder, die auf einen Wildwechsel hinweisen, ernst, fahren Sie nicht schneller als 70 Stundenkilometer und überholen Sie nicht. Besonders vorsichtig und aufmerksam sollte man in schwer einsehbaren Kurven und auf neu gebauten Straßen durch Waldstücke sein, denn das Wild wechselt weiter wie gewohnt. Die meisten Wildunfälle ereignen sich, weil die Fahrzeuge zu schnell unterwegs sind, denn Wild kann Objekte, die schneller als 70 Stundenkilometer sind, nicht mehr wahrnehmen.

Wenn ein Tier an oder auf der Straße steht, dann lässt es sich oft durch Hupen verscheuchen oder davon abhalten, die Fahrbahn zu überqueren. Darüber hinaus sollte der Fahrer das Licht abblenden, um das Tier nicht zu irritieren und kontrolliert bremsen. Rehe oder Wildschweine sind Rudeltiere. Ist also ein Tier bereits über die Straße gerannt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass weitere folgen. Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden, sollte man keinen Ausweichversuch zu starten. Stattdessen sollte man das Lenkrad festhalten, geradeaus fahren und dabei entschlossen und mit voller Kraft bremsen. Zur Not ist eine kontrollierte Kollision besser, als am Baum oder im Gegenverkehr zu landen. Auch Motorradfahrer kommen meist glimpflicher davon, wenn sie sich für eine Vollbremsung entscheiden, anstatt ein Ausweichmanöver zu riskieren.

Wer ein Wildtier angefahren hat, muss als erstes die Unfallstelle sichern, also in erster Linie Warnblinker einschalten und Pannendreieck aufstellen. Anschließend ist die Polizei zu verständigen, denn in den meisten Bundesländern sind Wildunfälle meldepflichtig. Das gilt auch, wenn das Tier nach der Kollision geflohen ist. Auf keinen Fall sollte man ein angefahrenes Tier berühren: Es könnte auskeilen, beißen oder mit Tollwut infiziert sein.

Wer den am Auto entstandenen Schaden von seiner Kraftfahrtversicherung regulieren lassen will, sollte sich den Wildunfall von Polizei oder Jagdpächter immer bestätigen lassen.

Übrigens: Die Kraftfahrtversicherung der SIGNAL IDUNA leistet nach ihrem aktuellen Tarifwerk nicht nur bei Wildunfällen, sondern bei Unfällen mit Tieren aller Art.

1 Kommentar

  1. Kleineren Tieren sollte man auf keinen Fall ausweichen, auch wenn es noch schmerzlich ist. Gerade heute war erst wieder ein Bericht von einem tödlichen Unfall, weil der Autofahrer einem Fuchs ausweichen wollte. Schöner Artikel über ein wichtiges Thema zu der Jahreszeit.

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