Aufgabe übernommen, Berufung gefunden!

Ein ländliches Gebiet nahe Tumkur im Bundesstaat Karnataka, Südindien. Auf den Feldern und in der Ziegelei sieht man Frauen und Männer arbeiten, junge wie alte. Eine Besonderheit, die nur jenen auffällt, die andere kleine Dörfer wie dieses kennen: Es sind Erwachsene – keine Kinder.

Anders als in anderen ländlichen Regionen Indiens gehen die Kinder hier zur Schule. Sie lernen, werden medizinisch versorgt und erhalten eine warme Mahlzeit pro Tag. Verantwortlich für diese Hoffnung stiftende Tatsache ist der Unterstützungsverein „Vikaasa – Hoffnung für Kinder“ unter der Leitung von Horst Hülden.

Deutscher Ring statt hoher See

„Eigentlich wollte ich Kapitän werden“, berichtet er. Aber das Leben kam anders. Horst Hülden steuerte in seinem Berufsleben keine Schiffe, sondern hatte vielmehr als Außendienst-Controller beim Deutschen Ring Unternehmenszahlen im Blick. Doch selbst als „Mann der Zahlen“ verlor der Hamburger niemals sein ausgeprägtes Interesse an der großen, weiten Welt. So hatte Horst Hülden bereits viele Jahre regelmäßig für Projekte in Südamerika gespendet, bevor er durch seinen Cousin schließlich auf die Missstände in Indien aufmerksam wurde. „Hier schien mir die Not noch viel größer“ erklärt er.

Aufgabe übernommen, Berufung gefunden

„Vikaasa wurde 2004 von meinem Cousin gegründet“ erzählt Horst Hülden. Damals war der nach Indien gereist, um sich von einem ayurvedischen Arzt behandeln zu lassen. Während seines Aufenthaltes hat er dann hautnah erlebt, unter welchen Bedingungen die Kinder dort aufwuchsen, welchen Härten insbesondere die Mädchen ausgesetzt waren. Daran wollte er etwas ändern. Es gelang ihm, die Dorfbewohner zu überzeugen, ihre Kinder zur Schule zu schicken und zwei neue Klassenräume zu errichten, denn das alte Gebäude war verfallen. Zurück in Deutschland gründete er dann Vikaasa, um weiter helfen zu können.“

Als sein Cousin 2007 verstarb, musste Horst Hülden keine Sekunde überlegen, ob er die Leitung des Spendenvereins übernehmen wollte. „Mir wurde klar: Das ist meine Berufung!

Schüler und Vereinsmitglieder vor dem Schulgebäude.
Schüler und Vereinsmitglieder vor dem Schulgebäude.

Und besser kann man seinen Ruhestand jawohl nicht verbringen.“ Seitdem engagiert sich der zu diesem Zeitpunkt frisch gebackene Rentner als Leiter des Hilfsvereins Vikaasa. Zur Freude der Kinder und Familien in zwei Dörfern, in denen der Verein inzwischen zwei Schulen und Kindergärten unterstützt.

Weit mehr als „nur“ Bildung

Als ständiger Kontaktmann vor Ort fungiert der deutsch sprechende Ayurveda-Arzt Dr. Tulasi Prasanna, der in Bonn studiert hat. „Unser Anliegen ist es, den Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen, so dass sie etwas erreichen können“, erklärt Horst Hülden. Mit dem Unterricht allein ist es allerdings nicht getan: Die Kinder erhalten Schuluniformen, täglich eine warme Mahlzeit, Lehrmittel, Spielsachen, Hygieneartikel wie Zahnbürsten. Zwei sehbehinderte Mädchen sind dank dem als gemeinnützig anerkannten Verein an den Augen operiert worden. Drei Mädchen erhalten eine spezielle Förderung und besuchen weiterführende Schulen. Eine vor ihnen, so hofft Horst Hülden, könnte im kommenden Jahr eine Arbeit in einer von Bangalores IT-Firmen finden. Inzwischen haben die ersten Schüler Berufe erlernt, helfen selbst ihrer alten Schule, so wie ein Elektriker, der sich dort ehrenamtlich um die Elektroinstallation kümmert.

Jeder Cent kommt an

Etwa 6.000 Euro jährlich benötigt der Verein, der rund 30 Mitglieder zählt. Etliche von ihnen sind bereits selbst nach Indien gereist und haben sich angesehen, was aus ihren Spenden geworden ist. „Jeder einzelne Cent kommt dort unten an“, versichert Horst Hülden, der – ganz der frühere Controller – selbst schon fünf Mal vor Ort geprüft hat, wie die Mittel eingesetzt wurden.

Kleine Wellen breiten sich aus

Die Tätigkeit des Hilfsvereins in den beiden Dörfern hat inzwischen auch weitere Bewohner aus der Region aufmerksam werden lassen für die Chancen, die eine bessere Bildung den Kindern eröffnet – und auch deren Eltern. Sie bewirkt beispielsweise auch, dass Familien weniger Kinder bekommen. Denn ist der Nachwuchs gut ausgebildet, genügen weniger Sprösslinge, um die Eltern im Alter zu unterstützen.

Kinder beim Spielen im Dorf.
Kinder beim Spielen im Dorf.

Horst Hülden macht es mit einem Bild anschaulich: „Unsere Spenden sind wie Tropfen, die ins Wasser fallen und Wellen erzeugen.“ Wenn Sie Horst Hülden bei seinem Engagement unterstützen möchten, haben Sie unter vikaasa.de die Möglichkeit. Entweder in Form einer monatlichen Mitgliedschaft oder mit einer einmaligen Spende. Für einen weiterhin steten, erfolgreichen Tropfen, der so viele Wellen wie möglich erzeugt.

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