Vorsicht, heiß! Schützen Sie Kinder vor Verbrennungen.

Verbrennungsgefahr – in der Weihnachtszeit ein umso heißeres Thema, das insbesondere Kinder (be)trifft. Schützen Sie Ihre kleinen Lieben vor schmerzhaften Erfahrungen, die auf Körper und Seele arge Verletzungen verursachen können.

Am 7. Dezember zum „Tag des brandverletzten Kindes“ erhielt ich über die sozialen Medien einige mir bislang unbekannte Informationen. Zahlen und Fakten über thermisch verletzte Kinder, die jedes Jahr unter den schwerwiegenden Folgen von Verbrennungen und Verbrühungen leiden.

Diese Verletzungen sind sehr schmerzhaft und ziehen nicht nur langwierige Behandlungen nach sich, sondern auch lebenslange Narben. Laut „Paulinchen“, der Initiative für brandverletzte Kinder, müssen in Deutschland jedes Jahr mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche wegen Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich behandelt werden. Knapp 6000 sind so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus bleiben müssen.

Weihnachten haben Verbrennungen Hochkonjunktur

Natürlich haben die Unfälle mit thermischen Verletzungen zur Zeit des Plätzchenbackens, der frisch aufgebrühten Tees, der knisternden Kamine und der flackernden Kerzen an Kränzen und Bäumen Hauptsaison. Umso notwendiger ist es, ab sofort besondere Vorsicht walten zu lassen.

Lassen Sie es uns besser machen!

Ich möchte meine Erschütterung über die beschriebenen Schicksale in etwas Positives umwandeln. In einen Aufruf an alle Eltern, Tanten, Onkel, Großeltern, Paten, große Geschwister, Freunde, Lehrer, Erzieher, einfach an alle, die mit Kindern zu tun haben. Und damit die Möglichkeit haben, die Entwicklung dieser Zahlen positiv zu beeinflussen. Indem sie besondere Obacht geben, den Kindern als Vorbild dienen und ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit allem Heißen nahebringen.

Sorgen Sie vor

Einige Vorsichtsmaßnahmen sind zwar eine Selbstverständlichkeit, sollen diese Liste aber gerade deswegen anführen:

  • Bewahren Sie Feuerzeuge und Streichhölzer immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
  • Sichern Sie heiße Backofentüren, Kaminöfen und den Herd.
  • Gehen Sie stets mit gutem Beispiel voran und verhalten Sie sich genau so, wie Sie es auch von Ihren Kindern erwarten. Kein Kokeln, kein Zündeln, kein Risiko!
  • Üben Sie den sicheren Umgang mit Feuer, Herd und heißen Getränken so früh wie möglich zusammen mit Ihren Kindern.

Besonders tückisch: Heiße Flüssigkeiten

Flüssigkeiten schädigen bereits ab einer Temperatur von 52° Celsius die Haut. Also kann auch eine bereits abgekühlte Tasse Tee bis zu 30% der Körperoberfläche eines Säuglings oder Kleinkindes verbrühen. Verhindern Sie das.

  • Stellen Sie heiße Getränke dorthin, wo Kinderhände sie nicht erreichen können.
  • Hantieren Sie nicht mit heißen Flüssigkeiten, während Sie ein Baby oder Kind auf dem Arm oder Schoß halten.
  • Nutzen Sie zum Inhalieren standfeste Inhalatoren aus dem Fachhandel statt offener Schüsseln.
  • Vermeiden Sie herabhängende Kabel, z. B. vom Wasserkocher.

Kinder lieben Kerzen

Ganz generelle Vorsichtsmaßnahmen zur Brandvermeidung rund um Ihren Adventskranz und Weihnachtsbaum haben wir hier bereits für Sie zusammengestellt. Diese Hinweise gelten selbstverständlich auch für jede einzelne Kerze!
So faszinierend Kinder Kerzen auch finden, so streng sollten sie (und Sie) sich an folgende Regeln halten:

  • Kerzen werden ausnahmslos nur im Beisein von Erwachsenen angezündet.
  • Kinder sind niemals mit brennenden Kerzen alleine.
  • Stellen Sie Kerzen immer so, dass Kinder nicht darüber fassen können.

Rüsten Sie nach, wenn nötig

Der Notwendigkeit lebensrettender Rauchmelder haben wir uns bereits für Sie gewidmet.

Nicht nur über, sondern auch direkt auf dem Tisch können Sie für mehr Sicherheit sorgen, indem Sie zum alljährlichen Weihnachts- oder Silvester-Fondue Brennpaste verwenden statt Spiritus oder Flüssiganzünder.

Sichern Sie sämtliche Wasserhähne mit einem Thermostat, der die Wassertemperatur auf maximal 50° C begrenzt.

Und wenn doch mal etwas passiert …

Bei Verbrennungen und Verbrühungen heißt es schnell handeln.

Die wichtigsten Schritte:

  1. Den Betroffenen so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich retten.
  2. Brennende Kleidung löschen (mit Wasser, Decke oder durch Wälzen am Boden) und verkohlten Stoff entfernen. Eingebrannte Fasern mit Schere freischneiden.
  3. Bei Verbrühung durchnässte Kleidung entfernen.

Ein Notarzt ist sofort zu rufen

  • bei großflächigen Verbrennungen
  • wenn die Verbrennung weiß aussieht und nicht schmerzt

Ein Arzt ist umgehend aufzusuchen

  • wenn Säuglinge, Kleinkinder oder Kinder betroffen sind
  • bei Verbrennungen mit Blasenbildung
  • bei Verbrennungen im Gesicht

Bei kleineren (nicht größer als die Handfläche), oberflächlichen Verbrennungen älterer Kinder, Jugendlicher und Erwachsener sieht der Erste-Hilfe-Plan folgendes vor:

  1. Sofort und mindestens 15 Minuten unter fließend kaltem Wasser kühlen
    Achtung: KEIN eiskaltes Wasser und KEINE Eiswürfel verwenden, da diese das Gewebe zusätzlich schädigen können.
  2. Auftragen von einem kühlenden Brandgel
    Achtung: KEINE Hausmittel, wie Mehl oder Butter auftragen, dies schadet eher, als dass es hilft.
  3. Brandwunde mit sterilem Verbandmaterial abdecken
    Achtung: Brandblasen NICHT öffnen, dies steigert das Infektionsrisiko zu stark.

WICHTIG: Großflächige Verbrennungen NICHT kühlen, sondern sofort den Notarzt verständigen!

Verbrennungszentren bieten fachkundige Hilfe

In Deutschland gibt es sogenannte Verbrennungszentren, die auf die Behandlung schwerer Brandwunden spezialisiert sind. Die Hauptzentrale ist die Feuerwehr in Hamburg. Welches Verbrennungszentrum in Ihrer Nähe ist, erfahren Sie hier.

Ich hoffe, mit diesem Artikel und Aufruf wenigstens kleinen Beitrag zur Vermeidung tragischer Brand- und Verbrühungs-Unfälle geleistet zu haben.

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