Wenn vier Pfoten eine Reise tun …

… dann sind die dazugehörigen Zweibeiner gefragt, es ihren Lieblingen so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten. Denn sonst wird der Ausflug für Hund, Katze, Meerschweinchen & Co. alles andere als erholsam.

Frau mit Hund sucht Kopf mit Grips

Wir sind auf der Rückfahrt von einem herrlichen Wochenende am sommerlichen Ostseestrand. Gemeinsam mit der restlichen sonnenhungrigen Bevölkerung Norddeutschlands schieben wir uns im gemächlichen Schneckentempo über die Autobahn Richtung Hamburg. Vor uns fährt ein silberner Kleinwagen, am Steuer eine junge Frau, auf der Hutablage zwei Dackel. Einer aus Kunststoff, der im Takt des Stop-and-gos mit dem Kopf wackelt. Daneben ein echter, treuäugiger aus Haut und Fell, der leicht gelangweilt in die Sonne blinzelt.

Ein Bild für die Götter, das allerdings nicht lange währt. Denn in der nächsten Sekunde bremst die junge Frau etwas heftiger und der echte Dackel segelt in einem geschmeidigen Satz von der Hutablage. Sein unechter Kollege wackelt unbeeindruckt weiter. Ein gutes Beispiel, wie es nicht laufen sollte. Auch wenn die junge Frau ihren kleinen Vierbeiner blitzschnell mit dem Arm aus dem hinteren Fußraum fischt und auf den Beifahrersitz setzt, wo er – jetzt als Zweibeiner – den Kopf aus dem geöffneten Seitenfenster steckt.

Sicher schlägt niedlich

Natürlich wollen wir unseren geliebten Vierbeiner am liebsten immer dabei haben. Auch auf Reisen. Damit andere Tierbesitzer es besser machen, als besagte junge Dame mit ihrem Dackel, habe ich einmal die wichtigsten Tipps und Ratschläge zusammengetragen, die ich zum Thema „Reisen mit Tier“ finden konnte. Auf dass Sie und Ihr Liebling sicher und erholt ankommen.

Kleinnager lieber zu Hause lassen

So gerne man seinen Liebling bei sich haben möchte, so gefährlich kann das beispielsweise für Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster sein. Denn dem Stress der vielen unterschiedlichen Eindrücke (Geräusche, Gerüche, Temperaturen, …) sind die kleinen Nager oft nicht gewachsen und bezahlen die Reise mit ihrem Leben.

Katzen möchten gefragt werden

Viele Katzen bleiben lieber im vertrauten Revier, als nach einer aufregenden Reise plötzlich irgendwo anders zu landen. Einige allerdings sind auch eher an ihrem Halter, als an ihr Umfeld gebunden und würden unter einer Trennung auf Zeit noch mehr zu leiden haben. Sie kennen Ihr Tier am besten. Entscheiden Sie, ob Sie Ihren kleinen Tiger mitnehmen oder jemanden organisieren, der sich um ihn kümmert.

Hunde sind am liebsten dabei

Der sprichwörtliche beste Freund des Menschen fühlt sich genau dort am wohlsten: bei seinem besten Freund. Grundsätzlich tun Sie Ihrem Hund also einen Gefallen damit, ihn mitzunehmen, sofern Sie denn einen „hundefreundlichen“ Urlaub planen, in dem Ihr Kleiner oder Großer nicht mit extremen Temperaturen konfrontiert wird, ständig allein im Hotelzimmer sitzt oder gar in der brütenden Sonne beim Strandurlaub.

Auch Welpen unter 15 Wochen sollten Sie noch nicht mit auf Reisen nehmen. Nicht zuletzt, da den kleinen Rackern die Ein- und Durchreise in Deutschland verboten ist. Denn ein ausreichender Tollwut-Impfschutz kann erst 21 Tage nach der Impfung ausgebildet werden, welche frühestens mit 12 Wochen durchgeführt werden darf.

Vor der Reise

Ganz gleich mit welchem Tier Sie per welchem Verkehrsmittel verreisen möchten, informieren Sie sich im Vorfeld über die für Ihr Tier geltenden Einreisebestimmungen in Ihrem Ziel- und Durchreiseland. Eine zuverlässige Quelle ist der Tierschutzbund.

Beachten Sie unbedingt, dass es in einigen Ländern generell nicht ratsam (oder realistisch) ist, das eigene Tier mitzunehmen. So gelten zum Beispiel in den EU Mitgliedstaaten Irland, Malta und Finnland sowie weiteren Ländern verschärfte Anforderungen über antiparasitäre Behandlungen, insbesondere Echinokokken Behandlung (Bandwürmer).

Außerdem sollten Sie mit Ihrem Tierarzt über mögliche Reisekrankheiten sprechen, entsprechende Impfungen vornehmen lassen und eine kleine Reiseapotheke erstellen.

Unter bestimmten Bedingungen ist es notwendig, dass Ihr Tier in einer Box transportiert wird oder Ihr Hund einen Maulkorb tragen muss. Gewöhnen Sie Ihr Tier unbedingt frühzeitig an diese Gegebenheiten! Am besten schon in jüngsten Jahren.

Für das Reisen innerhalb der EU benötigt Ihr kleiner Liebling einen Heimtierausweis. Dieser muss eindeutig zuweisbar sein und enthält neben der Kennzeichnungsnummer des Mikrochips auch alle Impfungen. Sollte Ihr Vierbeiner noch keinen Heimtierausweis besitzen, stellt Ihnen Ihr Tierarzt einen aus.

Notieren Sie sich vor Ihrer Abreise die Kontaktdaten Ihres Tierarztes und schauen Sie im Internet nach Notfallkliniken oder Tierärzten an Ihrem Zielort.

Nehmen Sie unbedingt ausreichend Wasser und das gewohnte Futter Ihres Vierbeiners mit auf Reisen sowie die vertraute Decke oder das Körbchen. Ebenso dürfen für den Hund natürlich Halsband und Leine ebenso wenig fehlen, wie Kottüten, Zeckenzange, Kauknochen und gegebenenfalls die Unterlagen Ihrer Hundehaftpflichtversicherung. Für Ihre Katze nehmen Sie die Katzentoilette sowie ausreichend Streu mit.

Autoreisen

Unabhängig von der mitreisenden Tierart gilt es bei Autoreisen einige grundlegende Regeln zu befolgen, um es Ihrem vierbeinigen Mitreisenden so angenehm wie möglich zu machen.

  • Füttern Sie vor und während der Fahrt nur wenig oder gar nicht und bieten Sie regelmäßig Wasser an.
  • Fahren Sie nachts oder früh am Morgen und meiden Sie die Mittagshitze.
  • Machen Sie regelmäßige Pausen, damit sich Ihr Tier kurz die vier Beine vertreten kann.
  • Sichern Sie Ihr Tier angemessen im Innenraum, um sich, Ihren Vierbeiner und andere zu schützen. Katzen und kleinere Tiere gehören in eine Transportbox, Hunde hinter Trenngitter oder mit Hundegurt auf den Rücksitz.
  • Lassen Sie Ihr Tier nicht alleine im geparkten Fahrzeug, das sich unter Sonneneinstrahlung in einen Backofen mit über 60° C verwandeln kann.

Flugreisen

Stellen Sie sich vorab bitte folgende Frage: MUSS Ihr Vierbeiner mitkommen? Eine Flugreise belastet den Organismus Ihres felligen Familienmitgliedes erheblich. Zudem ist nicht gesagt, dass eine freundliche Fluglinie auch freundlich zu ihrem – wenn auch lebenden – Gepäck ist. Denken Sie doch einmal kurz darüber nach, ob nicht vielleicht auch ein näheres Ziel für die gemeinsame Reise attraktiv sein könnte. Wenn nicht, beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Buchen Sie nur Direktflüge.
  • Nehmen Sie Ihr Tier möglichst als Handgepäck mit in die Kabine (meist bis 5 kg Körpergewicht möglich).
  • Fliegen Sie sehr früh oder sehr spät, um Abreise und Ankunft bei extremen Temperaturen zu vermeiden.
  • Besorgen Sie Ihrem Liebling eine Transportbox, in der er bequem liegen, sitzen, stehen und sich umdrehen kann.
  • Schreiben Sie in allen relevanten Sprachen auf die Box, dass es sich um ein lebendes Tier handelt. Die Erwähnung des Namens und die Bitte einer vorsichtigen Behandlung können von Vorteil sein.
  • Kleben Sie außen auf die Box eine Klarsichthülle mit Kopien aller relevanten Unterlagen sowie eine Ersatzleine, falls Ihr Tier während des Transportes einmal aus der Box genommen werden muss.
  • Füllen Sie den Wasserbehälter vor dem Abflug mit Eiswürfeln. So wird während des Verladens weniger verschüttet und Ihr Tier hat für den Flug ausreichend Wasser.

Bus- und Bahnreisen

Wenn Sie und Ihr Vierbeiner sich gemeinsam auf große Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Land begeben, sollten Sie ebenfalls einige Dinge beachten:

  • Vermeiden Sie bei der Reiseplanung häufiges Umsteigen.
  • In Deutschland gilt: Die Mitnahme von Katzen und kleinen Hunden in einer Transportbox ist kostenlos. Größere Hunde zahlen den halben Fahrpreis und müssen während der gesamten Fahrt angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Erkundigen Sie sich nach Fahrpreisen und besonderen Bestimmungen im City Night Line, im Autozug sowie im Ausland.
  • Bei Länder-Tickets und dem Schönes-Wochenende-Ticket gelten große Hunde als ein Erwachsener.
  • Es können keine Sitzplatzreservierungen und keine Online-Tickets zum Selbstausdrucken für Hunde gebucht werden.
  • Online-Buchung mit Postversand ist möglich. Hier geben Sie an, dass ein Kind von 6-14 Jahren ohne Begleitung verreist.
  • Sorgen Sie für genügend Wasser während der Fahrt.
  • Nehmen Sie Ihrem Liebling für längere Fahrten eine vertraute Decke mit.

Ich hoffe, mit diesem Artikel einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass Tierfreunde und deren vierbeinige Gefährten in Zukunft noch schönere, sicherere und stressfreiere Zeit miteinander verbringen können. Denn das, so sehe ich das, haben schließlich beide gleichermaßen verdient.

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