Tetanus – die Erreger schlummern im Erdreich!

Es gibt sie noch, die Tetanus Erreger, die bei einer Infektion zu enorm schmerzhaften, teils sogar tödlichen Wundstarrkrämpfen führen können. Eine kleine Verletzung genügt schon als Eintrittspforte. Schützen Sie sich!

Beim Aufräumen fiel mir kürzlich mein Impfpass in den Schoß, den ich sogleich gedankenverloren durchblätterte. Dabei stellte ich fest, dass ich keinen Tetanus-Schutz mehr hatte. „Naja, was soll’s, hat ja heute eh keiner mehr!“ höre ich mich noch denken. Allerdings flankiert von einem ausreichend lauten, nagenden „ODER?“ Es ließ mir natürlich keine Ruhe. Zum Glück.

Das unterschätzte Risiko

Von wegen das hat heute niemand mehr. Laut Robert Koch Institut erkranken in Deutschland jährlich rund 10–15 Personen an Tetanus. Immerhin. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Oder eben die, die ihren Impfschutz nicht auffrischen, denke ich bei mir und recherchiere weiter.

Tetanus – was ist das noch mal?

Die auch als Wundstarrkrampf bezeichnete Infektionskrankheit wird durch den Erreger Clostridium tetani hervorgerufen. Die Bakterien setzen im menschlichen Körper Giftstoffe frei, welche in die Nervenbahnen einwandern und schwere Muskelkrämpfe bis hin zur Atemlähmung auslösen. Das ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern auch lebensgefährlich. Das Robert Koch Institut berichtet, dass selbst bei intensivmedizinischer Behandlung 10–20 % der Tetanuserkrankungen tödlich verlaufen. Die Sterberate bei unbehandelten Infektionen, so informiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO), liegt bei 70 %, bei sehr jungen und sehr alten Patienten erreicht sie nahezu 100%.

Ich bin ganz ehrlich: Das war mir so nicht klar. Jetzt muss ich diese Infos erst einmal verdauen. Natürlich siegt kurz darauf die Neugier und ich sammle weiter alles Interessante, was ich über diese unterschätzte Erkrankung finden kann.

Symptome – dieses Dauerlächeln ist kein Spaß

Die ersten Anzeichen einer Tetanusinfektion sind Kribbeln und Taubheitsgefühl im Bereich der Wunde sowie Abgeschlagenheit, Unruhe und Kopfschmerzen. Hinzu kommen „Dauerlächeln“, Schwindel, Nackenschmerzen, Schweißausbrüche. Der Grund für das eigenartige Lächeln sind starke, schmerzhafte Krämpfe der Gesichtsmuskulatur, die später auf den ganzen Körper übergehen.

Bei solchen Anzeichen ist schnelles Handeln gefragt. Der Betroffene muss sofort ins Krankenhaus, da sich die Krämpfe auch auf die Muskulatur des Kehlkopfes und der Brust ausweiten und zum Erstickungstod führen können.

Wie bekommt man Tetanus?

Das Tetanus Bakterium kommt vor allem in der Erde vor und bildet äußerst widerstandsfähige Sporen, die jahrelang im Erdreich überleben können. Diese Sporen findet man auch im Kot von Tieren oder im Straßenstaub. Um dem Menschen gefährlich werden zu können, brauchen die Sporen eine „Eintrittspforte“, also eine Wunde. Das kann auch ein unscheinbarer Kratzer oder Stich sein, den man sich beispielsweise bei der Gartenarbeit am Rosenbusch geholt hat. Haben die Sporen erst einmal eine passende Wunde gefunden, vermehren sie sich darin und setzen dabei Giftstoffe frei. Etwa drei Tage bis drei Wochen (selten auch Monate) später treten die ersten Symptome auf.

Wie bekommt man Tetanus NICHT?

Hier sind sich die einschlägigen Institute einig: die sichere Lösung heißt „Impfen“. Die Grundimmunisierung erfolgt als Kind und muss für einen lebenslangen Schutz alle zehn Jahre wiederholt werden. Wird sie allerdings von vielen nicht. Während bundesweit über 96 % der Kinder geimpft sind, haben nur drei von vier Erwachsenen einen Tetanus-Schutz. Sicherlich einer der Gründe, warum es sich in den meisten Fällen einer Infektion um Erwachsene über 45 Jahre handelt. Eine frühzeitige Auffrischung lohnt sich eventuell bei als gefährlich eingestuften Verletzungen.

Man kann aufgrund der Impfung übrigens nicht an Tetanus erkranken. Der Impfstoff enthält das unschädlich gemachte Gift des Bakteriums, gegen das die Körperabwehr mobil machen soll. Allerdings kann jede Impfung bestimmte Nebenwirkungen hervorrufen, über die Sie sich vorab von Ihrem behandelnden Arzt aufklären lassen sollten.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im Falle einer Verletzung auch die schnelle Behandlung den Ausbruch der Krankheit meist verhindern kann. Den zuverlässigeren Schutz bietet allerdings die regelmäßige Impfung.

Daher mein Tipp: Schauen Sie in Ihren Impfpass, wann Sie das letzte Mal gegen Tetanus geimpft wurden. Ist das über 10 Jahre her, machen Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt. Ich habe es so gemacht.

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