Auf ein Wort! Machen Sie Tabus zum Thema

Die richtige Gelegenheit für heikle Themen wie Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Tod kommt nur dann, wenn Sie dafür sorgen! Denn sie stellen uns teilweise vor weitreichende Grundsatzfragen, schwierige Entscheidungen oder auch vor unerwartete Wahrheiten. Das macht Angst.

Nun haben Sie die Wahl: Entweder, Sie erhalten diese Angst am Leben, indem Sie Ihre ganz persönlichen Tabu-Themen weiter ignorieren und damit mehr und mehr verdrängen. Oder Sie gehen es an, verdrängen die Angst statt all der wichtigen Fragen und sorgen für erleichternde, ermutigende Klarheit.

Gehen Sie es an. Jetzt.

Es gibt einige grundlegende Fragen, über die sich jeder Gedanken machen sollte – unabhängig von Alter oder Familienstand. Insbesondere zwischen Eltern und Kindern sollten klärende Gespräche unschönen Überraschungen vorbeugen. Ab spätestens 50 Jahren grenzt es dann schon an Fahrlässigkeit, diese Themen nicht mit den eigenen Kindern besprochen zu haben. Fassen Sie sich ein Herz und machen Sie sich ausreichend Gedanken über die wichtigsten Fragen. Damit das zügig und zielgerichtet geschehen kann, haben wir die entscheidenden Informationen sowie nützliche Links zu jedem Thema für Sie zusammengetragen.

Wie geht’s weiter im Pflegefall?

Viele Menschen wünschen sich, im Falle einer Pflegebedürftigkeit von den eigenen Kindern gepflegt zu werden. Oder im eigenen Zuhause. Andere möchten das um jeden Preis vermeiden und möchten stattdessen in einem Pflegeheim untergebracht werden.

Hier ist es wichtig, dass sowohl Eltern, als auch Kinder für sich herausfinden, was die eigenen Wünsche sind – und deren Realisierbarkeit, bzw. Umsetzung dann mit einander besprochen werden.

Hierbei sollten Sie unbedingt auch die realistischen Kosten für die möglichen Pflegeszenarien betrachten. Die durchschnittlichen Pflegekosten liegen heute- je nach Pflegestufe – zwischen etwa 1200,- und deutlich über 3000,- Euro im Monat. Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung liegen teils weit darunter. Der Restbetrag muss aus eigener Tasche gezahlt werden. Reichen Einnahmen oder Vermögen nicht aus, steht der Ehepartner in der Pflicht. Kann auch der Partner die Restkosten nicht abdecken, werden die Kinder herangezogen. Sollten deren Einnahmen, bzw. Vermögen einen bestimmten Selbstbehalt nicht überschreiten, wird man neben Pflege- auch noch Sozialfall. Informieren Sie sich unbedingt, wie Sie diese Haftungskette vermeiden und damit Ihre Familie schützen, indem Sie ausreichend vorsorgen.

Weitere Informationen rund um alle Pflege-Themen finden Sie im PflegSIkon der SIGNAL IDUNA. Über die für Sie und Ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen passgenauer Vorsorge unterhalten Sie sich am besten mit Ihrem Außendienstpartner vor Ort. Dieser wird Ihnen auch die Möglichkeit der staatlichen Förderung Ihrer Pflegevorsorge erläutern.

Vorsorgeverfügungen

Wer soll entscheiden, wenn Sie es nicht mehr können? Ist diese Person emotional geeignet? Ist bereits alles rechtskräftig und nach Ihren Vorstellungen geregelt? Wichtige Fragen, die jede für sich ein wenig Bedenkzeit erfordern. Und – das gilt zumindest für letztere – ein wenig Fleißarbeit.

Sobald Sie für sich wissen, wen Sie mit den rechtlichen, medizinischen und finanziellen Entscheidungen Ihres Lebens betrauen möchten, besprechen Sie diesen Wunsch und diese Aufgabe ausführlich mit dieser Person. Stecken Sie gemeinsam genau ab, welche Aufgaben und Bereiche die zu erteilende Vollmacht umfassen soll. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Die Generalvollmacht

Die Generalvollmacht ermächtigt per Definition zur „Vertretung in allen Angelegenheiten“, insbesondere aber als Rechtsperson. Verträge können abgeschlossen, Bankgeschäfte erledigt und sogar im Namen des Ausstellers geklagt werden. Zur Handhabung aller persönlichen und vor allem medizinischen Belange im Sinne des Ausstellers empfiehlt sich die Ausstellung einer gesonderten Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung. Ist dies nicht gewünscht, sollten folgende Fälle explizit in die Generalvollmacht eingeschlossen werden:

  • Lebensgefährliche oder erheblich gesundheitsschädigende (z.B. Amputation) medizinische Behandlungen
  • Schutzunterbringung oder freiheitseinschränkende Maßnahmen (z.B. Bettgitter)
  • Organspende

Eine Generalvollmacht kann sowohl handschriftlich als auch maschinell verfasst werden, muss allerdings Ort, Datum und eine handschriftliche Unterschrift enthalten. Eine notarielle Beurkundung ist empfehlenswert. Rechtskräftig gültig ist eine Generalvollmacht ab sofort, natürlich unter der Voraussetzung, dass sie von einem geschäftsfähigen Menschen ausgestellt wurde.

Die Vorsorgevollmacht

In dieser Vollmacht wird die Person bestimmt, welche die höchst persönlichen Interessen des Ausstellers insbesondere hinsichtlich der medizinischen Versorgung vertreten soll. Im Unterschied zur Generalvollmacht tritt die Vorsorgevollmacht erst in Kraft, wenn dem Vollmachtgeber die Geschäftsunfähigkeit attestiert wurde.

Sofern die relevanten medizinischen Aspekte ausdrücklich eingeschlossen werden, umfasst (und ersetzt damit) die Vorsorgevollmacht eine Patientenverfügung.

Generell ist es durchaus sinnvoll, mehrere Personen als Bevollmächtigte einzusetzen, bzw. einen Ersatzbevollmächtigten zu benennen. Alle genannten Personen sollten bei der notariellen Beurkundung der Vollmacht anwesend sein. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, die Vollmacht regelmäßig als aktuell und korrekt zu bestätigen.

Box:
Vorlagen sowie weitere nützliche Hinweise zu Vollmachten finden Sie hier: http://www.vollmacht-muster.de/vollmacht-recht/general-vollmacht/

Eine wichtige Anmerkung zum Schluss: Wenn Sie keine Vollmacht erteilen, entscheidet das Gericht darüber, wer die Entscheidungen für Sie trifft. Und diese Wahl fällt keineswegs automatisch auf Ihre Angehörigen. Im Zweifel wird ein gänzlich Fremder beauftragt, lebensverändernde Entscheidungen für Sie zu treffen.

Patientenverfügung

Halten Sie Ihren Willen zur eigenen medizinischen Versorgung in einer eindeutigen Patientenverfügung fest. Hier können Sie genauestens festlegen, wie in welchen Ausnahmesituationen behandelt werden soll. Eine notarielle Beurkundung ist nicht erforderlich, sinnvoll hingegen ist die Bezeugung Ihrer Einwilligungsfähigkeit durch einen Arzt. Eine professionelle Vorlage für Ihre Patientenverfügung finden Sie unter www.patientenverfuegung.de

Für welche Art der Vollmacht oder Verfügung Sie sich auch entscheiden – stellen Sie sicher, dass die Bevollmächtigten nicht plötzlich vor unlösbaren Problemen stehen. Stellen Sie eine Mappe mit allen wichtigen Unterlagen, Login-Daten und PINs zusammen, die auch eindeutige Notizen enthält, wo beispielsweise wichtige Schlüssel hinterlegt sind. Aktualisieren Sie diese Mappe regelmäßig.

A propos Aktualitäts-Check

Wo Sie gerade dabei sind, Tabu-Themen zu klären, machen Sie doch gleich bei Ihrer Absicherung weiter. Auch hier lohnt sich von Zeit zu Zeit Tabula rasa. Statt des eingehenden Gespräches mit Ihren Eltern oder Kindern ist hier allerdings der Termin mit Ihrem Außendienstpartner empfehlenswert. Gemeinsam sollten Sie folgende Aspekte Ihrer Zukunftssicherung einmal genau unter die Lupe nehmen:

    • Schutz der Gesundheit Kennen Sie Ihre persönlichen Absicherungslücken? Wollen Sie diese ausgleichen und wenn ja wie? Wollen Sie Ihre Selbstbeteiligung reduzieren?
    • Schutz der Arbeitskraft Sind Sie bei Verlust Ihrer Arbeitskraft, bzw. vor den finanziellen Folgen einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls geschützt? Wie hoch ist Ihre finanzielle Absicherung? Könnten Sie damit Ihren Lebensstandard halten?
    • Renten-Inventur Wie soll Ihr Lebensstandard nach dem Erwerbsleben aussehen? Kann Ihre derzeitige Altersversorgung das leisten? Wie groß sind die Lücken? Gibt es Optimierungspotenzial?

Innere Klarheit nach außen tragen

Sie haben sich Ihre Gedanken gemacht und sind sich über Ihre Wünsche im Klaren. Fehlt nur noch das Gespräch mit Ihren Lieben. Da es sich um teils heikle Themen handelt, gehen Sie behutsam vor. Überfallen Sie niemanden, sondern kündigen Sie an, dass Sie gern ein Gespräch über die betreffenden Themen führen möchten. Vereinbaren Sie nach einiger Zeit einen Gesprächstermin, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Spaziergang. Das ist gut fürs Gesprächsklima. Und wenn Sie erst entspannt durch die frische Luft spazieren, befolgen Sie einfach die drei folgenden Regeln:

Sie sind gewappnet

Sie haben die Inhalte, Sie haben die Formulare und Sie haben eine genaue Vorstellung, mit wem ein Gespräch ansteht. Jetzt müssen Sie es „nur noch“ tun. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Tabu brechen und schöne Gespräche mit Ihren Lieben!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare erst nach Bearbeitung und Freischaltung veröffentlicht werden. Ihre E-Mail-Adresse wird hier nicht veröffentlicht und nur für die Kommunikation zu diesem Blog verwendet.