Großeltern gesucht – Leih-Opa gefunden!

Großeltern sind etwas Wunderbares! Für die freudestrahlenden Enkel, die entlasteten Eltern und nicht zuletzt auch für Oma und Opa selbst. Sie haben oder sind keine? Das lässt sich ganz ohne neue Familienplanung ändern. Zur Freude aller Beteiligten.

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht aber ich denke immer gern an die Zeit zurück, die ich mit meinen Großeltern verbracht habe. Man durfte länger auf bleiben, mehr Süßes essen und überhaupt war alles so ganz anders, als zu Hause. Herrlich.

Leider ist diese schöne und sicher auch prägende Erfahrung nicht jedem Kind vergönnt. Sei es, weil die Großeltern nicht mehr leben, zu weit entfernt wohnen oder schlichtweg kein Kontakt zwischen den Eltern und deren Eltern besteht. Für solche gibt es zum Glück Abhilfe: Die Leih-Großeltern.

Ode an Oma und Opa

Ja, Sie haben richtig gehört. Großeltern zum Leihen. Denn, es gibt viele Gründe, warum es unbedingt eine Oma und/oder einen Opa in Reichweite geben sollte. Für die Kinder sowie für die Erwachsenen.

Bärbel Kracke, Professorin für Pädagogische Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, verrät im Interview, weshalb Großeltern für ihre Enkel so wichtig sind: „Großeltern haben mehr Zeit und Ruhe als Eltern, sie stehen nicht in der Erziehungsverantwortung und sind daher entspannter im Umgang mit den Enkeln. Kinder genießen die relative Ruhe und Entspanntheit und vor allem: Zeit. Großeltern sind zudem Kulturvermittler, indem sie vorlesen und mit den Kindern ins Museum und Theater gehen. Und durch Geschichten aus der Kindheit und Jugend der Eltern tragen sie zur Relativierung der Sicht auf die Eltern bei.“

Als schönstes Geschenk, das Großeltern ihren Enkelkindern bereiten, nennt die Professorin „Zeit und unbedingte Wertschätzung“. Das Kind so annehmen, wie es ist und es für alles bewundern, was es kann – ohne zu übertreiben, versteht sich.

Aber auch die Eltern sind meist froh, wenn es Oma und Opa gibt. Die können zum Beispiel kurzfristig einspringen, wenn das Kind oder dessen Tagesmutter krank ist oder sonstige Unterstützung rund um den Nachwuchs gefragt ist.

Großeltern zum Ausleihen

Die Großeltern-Nachfrage ist also definitiv da. Genau wie auf der anderen Seite viele ältere Menschen selbst keine Enkelkinder haben aber dennoch gern die Rolle von Oma oder Opa übernehmen würden. Die emotionale Nähe und Herzlichkeit der Enkelkinder erleben, mit ihnen einen Teil der Welt neu entdecken und die Kleinen hin und wieder so richtig durchknuddeln – eine schöne Vorstellung, nach der sich viele ältere Menschen sehnen. Schon ist das Modell „Senioren für die Kinderbetreuung“ geboren – zugunsten aller Beteiligten. Bleibt nur noch die Frage, wie beide Seiten zueinander finden.

Eine Oma, bitte!

Wer Leih-Großeltern sucht oder seine Dienste als solche anbieten möchte, wendet sich am besten an lokale Organisationen, wie beispielsweise Wohlfahrtsverbände, Freiwilligenagenturen, örtliche Jugendämter oder kirchliche Einrichtungen.

Einer „Karriere“ als Leih-Oma oder Leih-Opa steht nichts mehr im Wege, sofern Sie Ihre Zeit gern mit Kindern verbringen und Ihr polizeiliches Führungszeugnis keine Auffälligkeiten aufweist. Ähnlich wie bei einer Partnervermittlung füllen meist beide Seiten einen Fragebogen zu den persönlichen Wünschen und Vorstellungen aus, anhand derer dann das passende Gegenstück ermittelt wird. Wirklich spannend wird es dann, wenn alle drei Generationen in einem ersten Treffen zusammenkommen. Sofern es für alle Beteiligten „passt“, kann es gemeinsam weitergehen.

Bezahlung oder nicht?

Ob die Leihtätigkeit unentgeltlich oder gegen Bezahlung stattfindet, ist Verhandlungssache. Wer sich für letzteres entscheidet, kann beispielsweise im Rahmen eines Minijobs beiden Seiten eine Freude machen. Während der Auftraggeber die Ausgaben steuerlich geltend machen kann, genießen Leih-Oma oder –Opa für die Zeit der Beschäftigung den Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung. Das gilt übrigens auch für jene, die ehrenamtlich im Auftrag einer Wohlfahrtsorganisation tätig sind.

Rechte, Pflichten und Versicherungen

Rein rechtlich gesehen geht die Aufsichtspflicht bei der Beauftragung von Leih-Großeltern auf diese über. Unabhängig von einer eventuellen Bezahlung oder sonstigen vertraglichen Regelungen. Damit haften sie bei einer Verletzung dieser Pflicht, beispielsweise für Schäden, die das Kind verursacht. Für den Fall der Fälle sollten die Leih-Großeltern also über eine private Haftpflichtversicherung verfügen, diese vorab über die neue Tätigkeit informieren und sich den Schutz bestätigen lassen. Dann sind alle auf der sicheren Seite.

Ich finde es eine schöne Idee, die Generationen auf diesem Wege wieder einen Schritt zueinander zu bringen. Mit reichlich Freude und schönen Momenten für Kinder, Eltern und Großeltern.

 

1 Kommentar

  1. wir suchen auch so sehr nach Großeltern da unsere bereits verstorben sind und nun auch noch der Papa der Kinder vielleicht haben wir so Glück Oma und Opa zu finden die sich so nach Enkel Kinder sehnen da sie selbst keine haben

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