Endlich: die Grill-Saison ist da. Aber wie grillt man denn nun „richtig“?!

Kohle, Gas oder Elektro? Hier scheiden sich die Grill-Geister. Ein im wahrsten Sinne heißes Thema, über das erst kürzlich wieder beim lauschigen Sonntagsgrillen auf unserer Terrasse eine hitzige Diskussion entflammte. Aber welcher ist denn nun der beste Grill?

Achtung: Glaubensfrage!

Ist die Diskussion erst einmal im Gange, lässt sich die Lawine an Argumenten aus allen Richtungen kaum mehr stoppen. Ja, aber – Ach, komm – Mal ehrlich! Jeder meint, er hätte Recht und die anderen keine Ahnung. Ich denke nur: Mit einem Gasgrill wäre das nicht passiert. Denn statt mit leerem Bauch beim x-ten Bierchen auf das Durchglühen der Kohle zu warten, hätten wir bereits die Teller und den Bauch voll. Also ein Punkt für Gas.

Schweißflamme statt Flächenbrand

Warum nicht mal versuchen, die normalerweise end- und ergebnislose Diskussion in konstruktive Bahnen zu lenken. Also quasi die Flammen brennender Leidenschaft zu bündeln, statt sie den gewohnten Flächenbrand auslösen zu lassen. Gedacht, getan.

Das Servietten-Projekt

Tobi ist der Gas-Griller unserer Truppe. Er soll auf seine Serviette alle Vorteile schreiben, die ihm für „seine“ Grill-Art einfallen. Er grinst und faltet die Serviette erst einmal auseinander mit den Worten „Da brauch ich aber mehr Platz …“ Dann verfällt er in emsige Stille.

Katja schwört auf ihren Elektrogrill, mit dem sie sich nach eigenen Aussagen jederzeit und selbst bei Schietwetter Barbeque-Feeling auf den winzigen aber überdachten Balkon holen kann. Sie führt die „Pro-Elektro-Grill-Feder“ auf ihrer Serviette.

Ich nehme mich der Holzkohle-Variante an. Das leise Knistern meines Grills spornt mich mental an, während ich alle guten Seiten des in meinen Augen einzig echten, durch und durch männlichen und schlichtweg ursprünglichen Grillens notiere.

Als keinem mehr weitere Vorteile einfallen, geben wir die Servietten im Uhrzeigersinn weiter. Jeder darf jetzt noch die Nachteile der jeweiligen Grill-Art auf die Rückseite der Serviette schreiben. Eine diebische Freude breitet sich am Tisch aus. Und gerade, als die letzten Argumente formuliert und die abschließenden Triumphlächeln über den Tisch geschickt sind, ist die Kohle so weit. Eine herrliche, grau glimmende Schicht hat sich gleichmäßig über die Briketts gezogen. Es kann losgehen!

Es wird also doch noch ein herrlicher Grillabend. Gesellig, fröhlich und ganz ohne unlösbare Glaubenskonflikte bezüglich der Zubereitungsart des rundum köstlichen Grillguts. Schön. Das Ergebnis unseres Servietten-Projektes möchte ich Ihnen aber natürlich keinesfalls vorenthalten.

Mit den Original-Servietten kann ich leider nicht dienen, dafür kann ich Ihnen eine leserfreundliche Zusammenfassung ohne persönliche Randnotizen, Kraftausdrücke und unlautere Argumente servieren.

Der Holzkohlegrill

Ursprünglich, günstig und aromatisch geht es beim Grillen mit Holzkohle zu.

Die traditionelle Art des Grillens - ist sehr zeitaufwendig udn somit nichts für hungrige Mäuler.
Die gemütliche Art des Grillens – ist sehr zeitaufwendig und nichts für hungrige Mäuler.

Diese traditionelle Methode macht Grillen zur regelrechten Zeremonie. Die Kohle will säuberlich geschichtet, ein Feuer angezündet, die Glut angefacht, dabei das erste Grillbier getrunken und schließlich das Fleisch über der hübsch glühenden Kohle gegart werden. Holzkohle ist also nichts für hungrige „Mal-eben-Griller“, sondern braucht Zeit und Muße, bis schließlich das Essen auf den Tisch kommt. Je nach Anzünder und Grillgut ist zudem mit ziemlicher Rauch- und Geruchsentwicklung zu rechnen, die nicht jeden Nachbarn erfreuen.

Holzkohlegrills sind günstig und säckeweise Kohle gibt es im Sommer sogar rund um die Uhr an den meisten Tankstellen. Allerdings sind mit dieser ursprünglichen Grillmethode auch einige Gefahren verbunden. So warnen Gesundheitsexperten schon lange vor der Freisetzung von Giftstoffen, wenn Fleischsaft oder Fett auf die Glut tropfen. Und mit offenem Feuer ist ja bekanntlich auch nicht zu spaßen, schon gar nicht, wenn Kinder dabei sind.

 Vorteile  Nachteile
 ursprüngliches Grillen mit echtem Feuer  lange Vorbereitung und Anheizzeit
 typisch rauchiger Duft & Geschmack  Rauch- und Geruchsbelästigung der Nachbarn
 hohe Temperaturen  Unfall-, Brand- und Gesundheitsrisiken
 Mobilität unabhängig von Strom  schwierige Temperatur-Regulation
 geringer Anschaffungspreis

Sicher geht vor!

Sorgen Sie dafür, dass der Grill einen festen Stand hat, bevor Sie loslegen. Bitte verzichten Sie auf das Anzünden mit Spiritus oder Benzin, denn hierbei kann es zu Verpuffungen kommen. Besser sind flüssige oder feste Grillanzünder. Diese werden zum Anzünden und nicht zum Anfachen eines bereits brennenden Feuers verwendet. Ein problemloses und sicheres Anzünden des Grills ist auch mit einer Heißluftpistole möglich. Sobald das Feuer entfacht ist, lassen Sie den Grill nicht mehr unbeaufsichtigt.

Wie Sie Gesundheitsrisiken beim Grillen mit Holzkohle vermeiden, erfahren Sie im Blog-Artikel: Grillen im Sommer – gesundheitsbewußt genießen

Der Gasgrill

Die ideale Variante für schnelles und sauberes Grillen liefert Gas. Ist das Butan- oder Propangas erst einmal angeschlossen, erreicht der Grill innerhalb kürzester Zeit seine Betriebstemperatur und es kann losgehen. Die Temperatur lässt sich komfortabel regulieren und die Steuerbarkeit der Brenner gewährt die Einrichtung unterschiedlicher Temperaturzonen.

Die moderne Art des Grillens - das Grillgut kann in kürzester Zeit auf den Tisch .
Die moderne Art des Grillens – das Grillgut kann in kürzester Zeit auf den Tisch.

Bei den besseren Modellen sind die Brenner mit so genannten Flammenverteilern vor herabtropfendem Fett oder Fleischsaft geschützt. Und Sie damit vor entsprechenden Gesundheitsrisiken. Ebenfalls weniger Sorgen machen die eventuelle Belästigung von Nachbarn oder das Reinigen des Grills. Denn während sich beim Grillen kaum Rauch entwickelt, entsteht auch keine Asche, die entsorgt werden muss.

Die Schattenseite des Gasgrillens liegt wohl im recht hohen Anschaffungspreis. Steht das gute Stück allerdings erst einmal im eigenen Garten, grillt es sich mit Gas günstiger, als mit Kohle. Auf das rauchige Grillaroma muss mit einem Gasgrill übrigens nicht verzichtet werden. Mit so genannten Räucherpellets, “Smoking Chips” oder Holzspänen lässt sich die besondere rauchige Note gezielt kreieren.

Vorteile Nachteile
ruckzuck einsatzbereit rauchiger Duft & Geschmack nur „nachrüstbar“
exakt regulierbare Temperatur hoher Anschaffungspreis
 kaum Rauch- und Geruchsentwicklung
 keine Ascheabfälle
 Mobilität unabhängig von Strom

Sicher geht vor!

Überprüfen Sie vor jedem Einsatz die Gasflasche auf Dellen und Risse sowie sämtliche Schläuche und Anschlüsse auf Risse, Löcher oder sonstige Mängel. Das Anzünden des Grills sollte strikt nach Anleitung und nur an gut belüfteten Orten erfolgen. Öffnen Sie beim Anzünden den Deckel und beugen Sie sich keinesfalls über die Grillfläche. Ist das gute Stück einsatzbereit, schützen Sie Flasche und Schläuche vor heißem Fett oder sonstigen zu hohen Temperaturen. Auch den Gasgrill sollten Sie im Betriebszustand keinesfalls unbeaufsichtigt lassen.

Der Elektrogrill

Verlegen Sie das Barbecue doch mal in die Wohnung oder auf den Balkon. Mit einem Elektrogrill kein Problem.

Die einfache Art des Grillens ohne großes Grillfeeling aber schnell aufgebaut.
Die einfache Art des Grillens und praktisch für jeden Balkon.

Alles, was Sie benötigen ist ein Grill und eine Steckdose. Der Elektrogrill schont den Geldbeutel und die Nerven. Denn Sie grillen ohne Rauchentwicklung, stören also Ihre Nachbarn nicht, und müssen nach dem Grillvergnügen weder Asche, noch Gasflaschen entsorgen. Einfach den Stecker ziehen, die antihaftbeschichtete Grillplatte reinigen und schon kann das gute Stück bis zum nächsten Einsatz wieder in den Schrank.

So ein richtiges Grill-Feeling bleibt allerdings beim Elektrogrillen aus. Keine Glut, kein Knistern, kein rauchiges Aroma. Das Fleisch wird eher gegart, als gegrillt. Wen das nicht stört, der ist mit dieser Methode am schnellsten und günstigsten beraten.

 Vorteile  Nachteile
 sofort einsatzbereit  kein typisches Grill-Aroma
 Grillen drinnen und draußen  stromabhängig
 leicht zu reinigen und ohne Abfall  eher Gar- als Grill-Feeling
 sehr günstig in Anschaffung und Betrieb

Sicher geht vor!

Obwohl es beim Elektrogrill weder Glut, noch Feuer gibt, ist er nicht ganz frei von Gefahren. Lesen Sie unbedingt die Sicherheitsmaßnahmen in der Geräteanleitung des Herstellers. Einige Modelle erfordern besondere Maßnahmen. Verwenden Sie zudem möglichst keine Mehrfachsteckdosen und verlegen Sie das Kabel des Grills so, dass niemand darüber stolpern kann.

Die Glaubensfrage

Wie versprochen habe Ich Ihnen die wichtigsten Vor- und Nachteile je Grillart möglichst wertfrei aufgetischt. Die traditionelle für echte Männer, die saubere für präzise Grillfreuden und die sparsame für den Balkon. Jede hat ihren Reiz und jede ihre Tücken. Ganz gleich, wofür Ihr Herz schlägt – ich wünsche Ihnen eine köstliche und vor allem sichere Grill-Saison!

2 Kommentare

  1. Geschmacklich ist Grillen tatsächlich eine Glaubensfrage, denn vom Holzkohlegrill schmeckt es schon besser. Ich bin allerdings jetzt vom Holzkohlegrill auf den Gasgrill umgestiegen. Das hatte aber einzig und alleine den Grund das grillen mit Gas schneller geht. Wenn mann zb. abends nach Hause kommt und es ist schönes Wetter möchte man vielleicht noch etwas auf den Grill schmeissen. Das war mit Holzkohle immer zu zeitintensiv. Bis der Grill gereinigt war und die Holzkohle auf Temperatur, war der Abend manchmal schon vorbei. Gas geht schneller.

Schreibe einen Kommentar zu Udo Antworten abbrechen

Bitte beachten Sie, dass Kommentare erst nach Bearbeitung und Freischaltung veröffentlicht werden. Ihre E-Mail-Adresse wird hier nicht veröffentlicht und nur für die Kommunikation zu diesem Blog verwendet.