Hätten Sie’s gewusst: Licht ist gesund!

Ich bin ganz ehrlich: irgendwie gewusst habe ich es schon. Was sich so gut anfühlt wie die erste zaghafte Frühlingssonne auf der Haut, muss einfach gesund sein. Aber andererseits fühlt sich für mich auch ein Mund voll Erdnussflips ausgesprochen gut an…

Der Sonne auf den Grund gegangen

Ich möchte weiter daran glauben, dass mein Gefühl mich in Sachen Sonnenlicht nicht trügt. Und ich möchte beim Schreiben eines solchen Satzes an erfreulichere und gesündere Dinge denken können, als ans Ozonloch. Also habe ich mich aufgemacht, dem Sonnenlicht auf den Grund zu gehen. Mit sehr zufriedenstellendem Ergebnis.

Die ganz alltägliche Schöpferkraft

Ohne die Kraft der Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. So viel steht schon lange fest. Allerdings macht die positive Wirkung der Sonne – oder sagen wir des Lichts – keineswegs bei der Schöpfungs- oder Evolutionsgeschichte halt. Vielmehr trägt sie jeden Tag essentiell zu unserer Gesundheit bei – der psychischen aber auch körperlichen.

Wenig Licht macht wenig Laune

Wie das ebenso ist mit den guten Dingen, werden sie uns oftmals erst bewusst, wenn sie sich rar machen. So merken wir zum Beispiel im Winter durchaus, dass sich die Sonne recht selten blicken lässt. Wir neigen zu gedrückter Stimmung, sacken uns schneller eine Erkältung auf und verfügen insgesamt eher über weniger Antrieb und Energie, als im hellen Sommer. Aber warum eigentlich?

Schuld ist die Chemie

Unser Körper ist ein Wunderwerk. Eines, das sich rein funktionell auf unzählige chemische Prozesse herunterbrechen lässt. Vitamine und Mineralstoffe werden aufgenommen, transportiert und verbraucht, Hormone ausgeschüttet und wieder abgebaut und einige wichtige Stoffe muss der Körper sich auch selber bauen. Licht hat direkten Einfluss auf einige dieser Prozesse, die zur Gesunderhaltung unseres Körpers unerlässlich sind.

Vitamin D Produktion

Zum teils bewiesenen und teils vermuteten Wirkungsbereich des so genannten Sonnenvitamins gehören gesunde Knochen und Zähne, ein starkes Immunsystem sowie ein vermindertes Risiko, an Bluthochdruck, Typ 2 Diabetes oder Krebs zu erkranken. Eine recht eindrucksvolle Liste für einen Stoff, den der Körper quasi selbst herstellt.

Eine Viertelstunde Sonnenbaden reicht.
Eine Viertelstunde Sonnenbaden reicht schon aus. Nach dem Motto: kurz und knackig!

Zur Produktion von Vitamin D benötigt der Körper ein ausreichendes Maß an UVB-Bestrahlung. Etwa eine Viertelstunde sollte die Sonne intensiv auf Gesicht, Hände und Unterarme strahlen. Längeres Sonnen bringt nichts, ebenso wenig wie Sonnen mit hohem Lichtschutzfaktor. Ein Sonnenbad nach dem Motto kurz und knackig ist also das Beste, was Sie für Ihren Vitamin D Spiegel tun können.

Hormone Marsch!

Unser Körper erinnert sich an die ursprünglichen Rhythmen und Zyklen, denen wir vor Erfindung künstlichen Lichtes noch unterworfen waren. Der Winter war die Zeit der Ruhe. Getreu dieser Erinnerung wird in den Wintermonaten das Schlafhormon Melatonin besonders aktiv. Es taktet die innere Uhr, den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen. Der Effekt liegt auf der Hand: wir wollen mehr schlafen, als sonst.

Das „Gegenmittel“ kommt direkt vom Himmel: Sonnenlicht. Es stoppt nicht nur die Bildung des Melatonins, sondern kurbelt auch die Ausschüttung von Glückshormon und Wachmacher Serotonin an. Ein sonniger Spaziergang ist also der ideale Start in einen energiereichen Tag.

Licht kann doch jeder!

Was interessieren uns Sommer und Winter, Tag und Nacht, wo wir doch jederzeit jede gewünschte Lichtstärke und –farbe künstlich erzeugen können? Eine einfache und durchaus naheliegende Frage. Einen Aspekt der Antwort könnte man so auf den Punkt bringen:

Die Evolution ist eine Schnecke

Seit tausenden von Jahren haben wir bereits die Möglichkeit, im Dunklen Licht zu machen. Erst mit Feuer und schließlich mit elektrischem Licht. Im Vergleich zur Evolution, ist das eine eher kurze Zeitspanne. Wesentlich kürzer als die Entwicklung unseres inneren Taktes, der sich synchron zu den „Rhythmen“ der Sonne entwickelt hat und jedem Einzelnen von uns innewohnt: dem biologischen Rhythmus, kurz Biorhythmus. Er bestimmt, wann wir natürlicherweise wach sind und wann müde, wann hungrig und sogar wann wir besonders offen für zwischenmenschliche Kontakte sind.

Immer schön im Biorhythmus bleiben

Unser Lebensstil weicht immer mehr vom Takt unserer biologischen Uhr ab. Nicht nur zunehmende Schichtarbeit, sondern auch das ständige Arbeiten in Innenräumen stellt unseren Organismus vor Probleme. So verbringen wir auch im Frühling und Sommer den Großteil unseres Tages im Büro. Statt der vom biologischen Rhythmus erwarteten Lichtstärken von bis zu 100.000 Lux eines sonnigen Tages müssen wir mit gerade mal 500 Lux aus der Bürolampe auskommen. Dabei würde uns draußen selbst ein bedeckter Himmel etwa 8.000 Lux liefern.

So sehr wir unseren Biorhythmus auch mit einigen Aspekten unseres modernen Lebens durcheinander bringen, so nützlich sind einige technologische Errungenschaften unserer Zeit wiederum. Denn in der Tat lassen sich einige der positiven Effekte der Sonne auch mit künstlichem Licht erreichen.

Licht als Heilmittel?

Das Hormonsystem reagiert auf kaltes, blaues Licht „aus der Dose“. Melatonin runter, Serotonin rauf – kurz: dieses Licht macht uns wach. Ein Fakt, der diese Art von Licht eher ungeeignet für die abendliche Wohnzimmeratmosphäre macht. Auf die Verwirrtheit von Demenzkranken hingegen, so entdeckten Mediziner, wirkte sich dieses Licht positiv aus.

Die Testung unterschiedlicher Lichtfarben und –intensitäten an Schulen ergab, dass helles, bläuliches Licht für eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Schüler sorgte. Sie lasen schneller und machten dabei auch weniger Fehler. Hyperaktive Kinder beruhigten sich in rötlichen Lichtumgebungen schneller.

Lichtduschen mit einer Intensität von mindestens 10.000 Lux haben sich als wirksam gegen Winterdepression bewährt und werden unter Umständen sogar von der Krankenkasse bezahlt. Auch als vorbeugende Maßnahme ist diese Lichttherapie durchaus zu empfehlen. Schon eine halbe Stunde, beispielsweise während des Frühstücks, kurbelt den Hormonhaushalt ausreichend an, um düstere Stimmungen zu erhellen.

Schon kleine Lichtduschen können die Vitamin- D-Produktion anregen.
Schon kleine Lichtduschen können die Vitamin- D-Produktion anregen.

Volle Lichtdosis für alle!

Licht hat die besten Chancen, zum regelrechten Glücks-Medikament unserer Gesellschaft zu werden. So lange empfehlen wir, nicht auf die Verschreibung durch einen Arzt zu warten, sondern jeden Tag fleißig selbst für die richtige Lichtdosis zu sorgen.

Alles in Maßen

Bei aller Begeisterung für den neuen alten Glücksbringer gibt es doch auch ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Vermeiden Sie zu viel helles Licht am späten Abend oder in der Nacht. Das bringt unsere innere Uhr nämlich reichlich durcheinander. Das belegen Studien mit Schichtarbeitern, wobei Auswirkungen bis hin zu konkreten Erkrankungen vermutet werden. Wir empfehlen ein frühes Zubettgehen oder wenigstens das Umschalten auf Schummerlicht zum abendlichen Entspannen auf der Couch.

In diesem Sinne: sonniges Relaxen!

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