Privat Geld verleihen – aber richtig!

Bei Geld hört die Freundschaft auf? Nicht unbedingt. Mit diesen Tipps wird der private Geldverleih an Freunde oder Bekannte nicht zum Streitfaktor.

Ich habe gelernt: Unter Freunden verleiht man kein Geld. Schon gar keine größeren Summen. Heute frage ich mich: Warum eigentlich nicht? Befolgt man nämlich einige Regeln, geht das Streitpotenzial der lieben Taler geradewegs gen Null.

Vorab: Situation klar machen.

Ein Drittel der Bundesbürger halten es laut einer Studie der Postbank für absolut inakzeptabel, sich innerhalb der Familie oder unter Freunden Geld zu leihen. Es wird eine Abhängigkeitssituation geschaffen, die sich negativ auf Beziehungen auswirken kann. Werden Sie sich über Ihre eigene Sichtweise klar.

Nur verleihen, was „über“ ist.

Als grobe Orientierung zur Größenlage sollten Darlehensgeber folgende Faustregel befolgen: Verleihen Sie nur so viel, wie Sie auch verschenken könnten. So kommen Sie bei eventuellen Rückzahlungsproblemen nicht auch noch selbst in Schwierigkeiten.

Ruhig vom Schlimmsten ausgehen.

Darlehensnehmer und Darlehensgeber sollten im gemeinsamen Gespräch unbedingt auch die schlimmste Möglichkeit durchsprechen um sich über mögliche Folgen für beide Seiten bewusst zu werden.

Mit offenen Karten spielen.

Beide Seiten sollten einverstanden sein, „die Sache“ offiziell zu machen. Keine Geheimniskrämerei, sondern eine offene und klare Kommunikation anderen Beteiligten, wie beispielsweise Geschwistern oder Freunden gegenüber.

Vertrauen ist gut, Vertrag ist besser.

Fixieren Sie die Modalitäten immer schriftlich. Hierzu müssen Sie keinen Notar oder Anwalt konsultieren, sondern lediglich ein Schriftstück aufsetzen, das mindestens die folgenden Eckdaten des Darlehens regelt:

  • Name von Darlehensgeber und Darlehensnehmer
  • Ausdrückliche Benennung als Darlehen/Kredit/Leihe/… und eben NICHT als Schenkung
  • (Geld-)Betrag
  • Laufzeit
  • Höhe der monatlichen Raten
  • ggf. Zinsen (Achtung: Wer über seinem Sparer-Pauschbetrag liegt, der muss auch private Zinseinnahmen versteuern!)
  • Unterschriften

Dies gilt als rechtssichere Dokumentation. Sie können sich natürlich auch entsprechende Musterverträge aus dem Internet herunterladen.

Zeugen erwünscht.

Ziehen Sie ruhig Zeugen bei der Vertragsschließung hinzu.

Steuerlich sauber bleiben.

Werden Zinsen vereinbart, müssen diese als Einnahmen in der Einkommenssteuererklärung des Darlehensgebers angegeben werden. Falls ein zinsloses Darlehen vereinbart wurde und die marktüblichen Zinsen 20.000,- € überschreiten würden, muss der Darlehensnehmer ggf. Schenkungssteuer zahlen.

Wenn Sie diese einfachen Regeln befolgen, sollten weder Freundschaft, noch Familiensegen in Gefahr sein.

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