Fit im Kopf mit Gehirnjogging

Sport ist gesund – vorausgesetzt natürlich, man leidet nicht gerade an akuten körperlichen Beschwerden oder Verletzungen. Wer sich regelmäßig moderat bewegt, bleibt fit und geschmeidig. Das gilt sowohl für den Bewegungsapparat, als auch für die Steuerzentrale: das Gehirn.

Aber wie „bewegt“ man seine grauen Zellen am besten und bleibt bis ins hohe Alter fit im Kopf? Genau dieser Frage wollen wir in diesem Artikel auf den Grund gehen. Dazu braucht es allerdings erst einmal einige grundlegende Antworten.

Ist das Gehirn ist ein Muskel?

Diese Frage lässt sich klar beantworten: Nein. Das Gehirn unterscheidet sich in Aufbau, Struktur und Funktionsweise erheblich von einem Muskel. Es gibt allerdings einige Gemeinsamkeiten:

  • Bei Nichtnutzung bauen Substanz und Leistungsfähigkeit ab.
  • Gezieltes Training sorgt für einen Aufbau der Leistungsfähigkeit.
  • Eine gute Versorgung mit Flüssigkeit und Nährstoffen ist essentiell.

Wichtige Erkenntnisse für unser Vorhaben, geistig fit zu bleiben. Aber mal im Ernst: denken wir nicht eigentlich genug, um unser Hirn auf Trab zu halten?

Ist denken Gehirntraining?

Durch unseren Kopf sausen täglich zwischen 50.000 und 70.000 Gedanken. Und dennoch bauen unsere grauen Zellen mit dem Alter stetig ab. Angesichts dieser Tatsache kann denken allein schon einmal nicht der Schlüssel zu anhaltender geistiger Fitness sein. Aber einen Gedanken war es wert.

Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss

Stellen Sie sich Ihr Gehirn vor, wie eine Schaltzentrale, wo sekündlich unzählige Informationen, Reize und Impulse eingehen, ausgewertet und weitergeleitet werden. Unterschiedliche Leistungen, wie beispielsweise Aufmerksamkeit, Konzentration oder Merkfähigkeit werden in unterschiedlichen Arealen erbracht. Die jeweils zuständigen neuronalen Netzwerke werden nur dann ausgebaut, wenn es wirklich nötig ist, also mehr Leistung in genau diesem Bereich gefordert wird. Bei weniger „Funkverkehr“ in einem bestimmten Areal werden die entsprechenden neuronalen Netze kurzerhand abgebaut. Ziel eines nachhaltigen und sinnvollen Gehirntrainings muss es also sein, alle relevanten Areale gleichermaßen zu „bewegen“.

Ihr Hirn ist schlauer, als Sie vielleicht denken

Manch einer hat das Training des eigenen Geistes bereits auf eigene Faust begonnen. Zum Beispiel mit dem Auswendiglernen der Lieblingsgedichte. Das ist zwar eine schöne Sache aber so ganz im Sinne der geistigen Fitness ist es nicht. Denn sobald Ihr Hirn dahinter gekommen ist, dass es „nur noch“ bekannte Inhalte wiederkäuen soll, automatisiert es den Vorgang regelrecht und schaltet einfach an anderer Stelle die Bemühungen herab. Ähnlich verhält es sich mit dem Kreuzworträtsel, das Sie dank fleißiger Übung in Windeseile komplett lösen. Auch hier muss in Ihrer Schaltzentrale kaum mehr eine nennenswerte Eigenleistung erbracht werden, womit der angestrebte Trainingseffekt ausbleibt. Besser sind Aufgaben, bei denen sowohl eine Gedächtnis-, als auch eine Eigenleistung erbracht werden.

Tipp: Prägen Sie sich eine beliebige Zahlenfolge ein, die Sie nach einer viertel Stunde wiedergeben. Allerdings stellen Sie sich darüber hinaus eine Aufgabe, wie beispielsweise das Addieren der letzten beiden Ziffern. Oder die Frage, an wie vieler Stelle die höchste Ziffer Ihrer Zahlenfolge steht. Diese Aufgaben können Sie sich entweder spontan ausdenken oder auf kleine Zettel schreiben und diese immer wieder neu für jede Übung ziehen.

Lernen heißt das Zauberwort

Ein zielführendes, ausgewogenes geistiges Training beinhaltet also vor allem viel Neues. Ideal ist eine Kombination aus gezielten Übungen zur Verbesserung der Merkfähigkeit sowie reichlich neuer Input. Lernen Sie – ob nun eine neue Sprache oder Schach, Tanzen oder ein Instrument. Geben Sie Ihren grauen Zellen frisches, unbekanntes Futter. Das kann auch ganz klein anfangen.

Tipp: Putzen Sie sich die Zähne mal mit der anderen Hand, nehmen Sie einen anderen Weg nach Hause oder drehen Sie die Zeitung zum Lesen auf den Kopf. Seien Sie kreativ – Ihre Synapsen werden es Ihnen danken.

Gehirnjogging to go

Sofern es Ihnen Spaß macht, nutzen Sie ruhig das breite Angebot an Aufgaben im Internet. Einige Links haben wir für Sie zusammengestellt. Allerdings möchten wir Sie auch unbedingt dazu animieren, selbst aktiv zu werden und sich einen eigenen kleinen Fitnessparcour zu überlegen. Das ist einfacher, als Sie denken.

Tipp: Stehen Sie beispielsweise an einer roten Ampel, gehen Sie einfach in Gedanken den Weg zurück. Wie viele Kreuzungen haben Sie passiert? Wie oft sind Sie rechts, wie oft links abgebogen? Wie viele Hunde haben Sie getroffen? Wie viele Kreuzungen liegen noch auf dem Weg vor Ihnen?

Was hilft noch, um geistig fit zu bleiben?

Neben dem geistigen Training gibt es noch weitere Faktoren, die bewiesenermaßen dazu beitragen, bis ins hohe Alter fit im Kopf zu bleiben. Eine wichtige Rolle spielt regelmäßige körperliche Bewegung, welche die Hirndurchblutung steigert und damit die Bildung neuer Blutgefäße und Nervenzellverbindungen anregt. Aber auch soziale Kontakte haben einen Effekt auf die Hirnfitness. Denn intensiver Austausch und angeregte Gespräche erfordern nicht selten einen Perspektivwechsel, die Verarbeitung neuer Informationen sowie eine gewisse Gedächtnisleistung. Und allem voran tun sie nicht nur dem Kopf, sondern der Seele gut. Und das wiederum gehört zu den wichtigsten Lernfaktoren.

So essen Sie sich schlau!

Der Treibstoff des Gehirns heißt Zucker, genauer gesagt Glukose. Kein Organ im menschlichen Körper ist so angewiesen auf die regelmäßige und wohldosierte Zufuhr von Glukose. Hungern wir oder enthält unsere Nahrung in ungenügendem Maße Glukose, reagiert das Gehirn beinahe umgehend mit Leistungsabfall oder sogar „Kurzschlüssen“ in Form von beispielsweise Kreislaufstörungen, Schwindel oder Verwirrtheit. Überfluten wir hingegen unsere Denkzentrale mit Zucker, erreichen wir keinesfalls den positiven Gegeneffekt, sondern vielmehr eine Erlahmung und Trägheit unseres Denkapparates. Der Schlüssel tatsächlich von funktionierendem „Brainfood“ liegt folglich in einem konstanten Blutzuckerspiegel. Oder ganz einfach ausgedrückt: in einer ausgewogenen Ernährung. Das kann keine Pille und kein Nahrungsergänzungsmittel ersetzen.

Mindestens ebenso wichtig: schlau trinken!

Wir können so viele Nährstoffe essen, wie wir wollen – wenn wir nicht genug Flüssigkeit zu uns nehmen, um diese Nährstoffe im Körper zu verteilen, nützt es alles nichts. Zudem müssen sämtliche Zellen unseres Körpers regelmäßig mit frischer Flüssigkeit versorgt werden, um einwandfrei funktionieren zu können. Insbesondere unsere Hirnzellen. Der erste Schritt zu einer anhaltenden Hirnfitness ist also ein großes Glas Wasser. Oder in Tagesdosen gesprochen: 2 Liter Wasser (oder auch mal Kräutertee) am Tag und Ihr Gehirn kommt langsam auf Betriebstemperatur. Wir wünschen guten Durst!

Ein solider Trainingsplan: 2 x 10 Minuten Hirnjoggen

Nehmen Sie sich jeden Tag mindestens zweimal zehn Minuten Zeit für Ihre grauen Zellen. Am Vormittag könnten Sie beispielsweise Ihre Zeitung auf den Kopf gedreht lesen, während Sie beim Nachmittagsspaziergang die Übung an der roten Ampel absolvieren oder am Abend noch eine Runde Gehirnjogging im Internet durchlaufen. Wichtig ist, dass Sie Spaß dabei haben!

Ein paar Links für Trainings:
http://www.onmeda.de/spiele/gehirntrainer/gehirntrainer.html
http://www.apotheken-umschau.de/Gehirnjogging
http://www.brain-fit.com/html/aufgaben.html
http://www.senioren-ratgeber.de/Gehirnjogging

3 Kommentare

  1. Das Augustinum Heidelberg, in dem ich lebe, bietet auf dem Gebiet der geistigen und körperlichen Fitness so allerlei. Beispielsweise heute: 9.00 Yoga nach Feldenkrais, 10.30 “World & Press” – lesen englischer Texte und darüber diskutieren. Gymnastikkurse gibt es auch für Leute, die nicht stehen oder liegen können. Im Keller ist ein Schwimmbad, das ich zwei Mal wöchentlich nutze. Die Theatergruppe zwingt zu Disziplin und Merkbarkeit. Ich schreibe Artikel über so manches Event. Daneben auch für die katholischen Kirchen St. Laurentius, Bensheim (www.sanct-laurentius.de), und St. Paul, HD-Boxberg. Ich habe gut zu tun! Liebe Grüße, M. Blächer

  2. Ich bräuchte auch mal Gehirntraining, habe das Gefühl das ich immer schlechter werde, kann mir kaum noch was merken. Danke für den tollen Bericht.

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