So geht Familienvorsorge!

Wer eine Familie gründet, erlebt eine ebenso aufregende wie wunderbare Zeit. Glück und Einheit mit den Menschen, die man am meisten liebt. Und denen man nichts als das Beste dieser Welt wünscht. Dazu gehört vor allem Sicherheit. Auch in finanzieller Hinsicht.

Der kürzlich erschienene Leitfaden zur Familiengründung hat in meinem privaten Umfeld einige Fragen aufgeworfen. Insbesondere solche nach einem Weiteren, der sich mit der Absicherung der Liebsten befasst. Gerne ebenso kurz und knackig, wie der erste aber mit allem drin, was Familie eben wissen muss. Auf die Gefahr hin, mich zur Familien-Expertin zu entwickeln: Hier ein grober Überblick ohne Anspruch auf Detailtiefe, dafür aber in aller möglichen Kürze.

Finanzielle Risiken erkennen

Ich kenne kaum eine Familie, die nicht zu dem einen oder anderen Zeitpunkt einmal etwas „klamm“ war. Eine Situation, die große Ängste und nagenden Stress auslösen kann. Diese beiden Unruhestifter sind allerdings reines Gift fürs harmonische Familienleben. Eine solide finanzielle Absicherung gehört daher in jede Familienplanung – besser früher, als zu spät.

Risikolebensversicherung: das finanzielle Polster

Stirbt der Hauptverdiener, fehlt der Familie die finanzielle Lebensgrundlage. Das ist besonders bedrohlich, wenn neben dem „ganz normalen Leben“ noch Darlehen oder andere Belastungen bedient werden müssen. In einem solchen Fall ist der ohnehin schon empfehlenswerte Abschluss einer Risikolebensversicherung unverzichtbar, um die Hinterbliebenen nicht in eine ausweglose Finanzlage zu bringen.

Darauf sollten Sie achten:

Empfehlenswert sind eine Versicherungssumme in Höhe des Drei- bis Fünffachen Ihres Jahreseinkommens sowie eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren ab der Geburt des Kindes.

Um die Erbschaftssteuer zu sparen, sollten Sie die Person, die später abgesichert werden soll, als Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigten angeben.

Insbesondere bei ausgeglichenen Einkommensverhältnissen sollten Sie über den Abschluss zwei separater Verträge nachdenken. So ist gewährleistet, dass Ihr Kind auch beim Tod beider Elternteile zuverlässig versorgt ist – was bei einer verbundenen Lebensversicherung nicht der Fall wäre.

Berufsunfähigkeitsversicherung: die Einkommenssicherung

Etwa ein Fünftel aller Arbeitnehmer ist heute berufsunfähig. Diese Zahl soll Ihnen keine Angst machen, sondern verdeutlichen, dass die „Ich doch nicht“-Philosophie hier nicht funktioniert. Schon gar nicht, wenn es um die Absicherung der eigenen Familie geht.

Wer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, bekommt zwar vom Staat eine entsprechende Rente, diese reicht allerdings bei weitem nicht aus, eine Familie zu ernähren. Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sichert Ihnen eine zusätzliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf (teilweise) nicht mehr ausüben können. Besonders wichtig ist diese Versicherung für Alleinerziehende und Paare, bei denen es einen klaren Hauptverdiener gibt.

Darauf sollten Sie achten:

Der frühe Vogel ist günstiger dran. Oder übersetzt: Entscheiden Sie sich so früh wie möglich für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, das sichert Ihnen günstigere Beiträge. Die Höhe der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente sollte 70–80 % Ihres Nettoeinkommens entsprechen.

Achten Sie auf den Ausschluss der sogenannten abstrakten Verweisung, die es dem Versicherer ermöglicht, Sie bei Berufsunfähigkeit auf einen vergleichbaren Beruf zu verweisen.

Unfallversicherung: der Schicksalsschutz

Die meisten haben es schon am eigenen Leibe erlebt: ein Unfall kann innerhalb eines Wimpernschlages passieren. Nicht nur Ihnen, sondern auch Ihrem Kind. Bleibt nach einem Unfall eine dauerhafte körperliche oder geistige Beeinträchtigung, ist das nicht nur tragisch, sondern meist auch teuer. Umbaumaßnahmen innerhalb der eigenen vier Wände, Reha-Maßnahmen, kosmetische Operationen – die Liste der möglichen kostenintensiven Maßnahmen ist lang.

Fast noch wichtiger ist eine Unfallversicherung für Ihr Kind. Erleidet Ihr Schützling nämlich einen Unfall im privaten Umfeld, leistet die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Ihr Kind ist außerhalb von Kita oder Schule, bzw. den Wegen dorthin oder nach Hause also völlig ungeschützt. Passiert hier ein Unfall, bei dem Ihr Schatz auch noch eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung erfährt, kommen immense Behandlungs- und Versorgungskosten auf Sie zu, die Sie aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Sichern Sie Ihrem Kind die bestmögliche Versorgung, indem Sie es gegen Unfälle und Invalidität absichern.

Darauf sollten Sie achten:

Fragen Sie nach Familientarifen, diese können deutlich günstiger sein, als einzelne Versicherungen. Achten Sie aber darauf, dass für jede Person eine individuelle Absicherungssumme festgelegt wird, wobei der Hauptverdiener am besten abgesichert sein sollte.

Privat-Haftpflichtversicherung: der „Ups“-Schutz

Da haben Sie nur einmal kurz nicht hingesehen und schon ist es passiert. Selbst ein kleines „Ups“ kann ziemlich teuer werden, vor allem, wenn Personen Schaden genommen haben. Das kann bis in die Millionen gehen und eine ganze Familie in den finanziellen Ruin treiben. Davor schützen Sie sich und Ihre Lieben mit einer Privat-Haftpflichtversicherung.

Darauf sollten Sie achten:

Ihr Kind sollte unbedingt mit in Ihren Haftpflichtvertrag eingeschlossen sein, damit auch Schäden abgedeckt sind, die Ihr Sprössling verursacht.

Paare ohne Trauschein sollten in der Familienhaftpflichtversicherung unbedingt den Namen beider Lebenspartner aufnehmen. Nur dann sind im Leistungsfall auch beide geschützt.

Versorgungsvollmacht: die weise Vorausschau

Für Situationen, in denen Sie nicht mehr selbstständig handeln können, sollten Sie eine Vertrauensperson benennen, die Ihre rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten in Ihrem Sinne regeln kann. Hierzu bedarf es einer Versorgungsvollmacht.

Darauf sollten Sie achten:

Die Versorgungsvollmacht kann auch medizinische Belange einschließen, wenn Sie es explizit aufführen und ersetzt dann eine Patientenverfügung.

Lassen Sie die Vollmacht sicherheitshalber notariell beglaubigen. Weitere Informationen bietet das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

Testament: der letzte Wille

Das ist natürlich sprichwörtlich zu verstehen. Keineswegs sollte ein Testament erst in letzter Sekunde verfasst werden. Regeln Sie Ihren Nachlass im Voraus und mit Bedacht. Besonders für Unverheiratete ist dies sinnvoll, da die gesetzliche Erbfolge, die Eltern oder Kinder des Verstorbenen  begünstigen würde,  statt den Lebenspartner.

Darauf sollten Sie achten:

Erstellen Sie Ihr Testament handschriftlich und versehen Sie es mit Datum, Ort und Ihrer Unterschrift. Nur dann ist es rechtskräftig. Für genauere Informationen empfehle ich Ihnen, rechtlichen Rat einzuholen.

Das Beste kommt zum Schluss

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie von Herzen, dass Sie Ihr gemeinsames Leben in Sicherheit genießen und sich am Ende freuen werden, dass Sie die meisten Ihrer Versicherungen nie gebraucht haben und wenn doch, helfen wir Ihnen gerne weiter.

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