Anti-Langfinger-Offensive für Radler

Fahrraddiebstahl erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Kein Wunder, machen es viele Radler den Dieben doch allzu leicht. Damit sollte dringend Schluss sein! Machen Sie es den Langfingern schwer. Mit effektiven Maßnahmen und ein paar ganz einfachen Verhaltensregeln.

Und wieder einmal konnte ich in den noch dunklen Morgenstunden am Bahnhof beobachten, wie wenig manche Menschen offensichtlich an ihrem Fahrrad hängen. Da wird das gute Markenrad mit einem schlichten Spiralringelschloss an einem etwa kinnhohen Pfeiler in der letzten dunklen Ecke festgemacht und flott Richtung Bahn gespurtet.

Die Statistiken der letzten Jahre sollten jeden Radler etwas anderes lehren. 335.174 Diebstähle verzeichnete die Polizei 2015. Das sind zwar rund 4.500 weniger als beim 5-Jahres-Hoch 2014 aber immerhin über 900 pro Tag. Gründe genug, alles zu geben, um eben nicht Teil dieser Statistik zu werden. Hier ein paar nützliche Tipps.

Machen Sie es Langfingern schwer

Es gilt, was auch für Einbrüche gilt: wenn es jemand wirklich und unbedingt auf Ihr Fahrrad abgesehen hat, dann wird er es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch irgendwann stehlen können. Es hängt von Ihnen ab, wie leicht oder schwer der Dieb es dabei hat. Und wie hoch Ihre Chancen sind, das geliebte Zweirad wiederzubekommen.

Keine „Mal-eben-Dummheiten“

Mal eben in den Kiosk, mal eben Brötchen holen, mal eben was auch immer. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Ihr Rad bei diesen Gelegenheiten unangeschlossen abzustellen. Diebe lieben solche „Mal-eben-Dummheiten“, denn sie machen sie mal eben um ein kinderleicht ergattertes Diebesgut reicher.

Anschließen statt Abschließen

Ein kleiner Unterschied, der in Wirklichkeit einen sehr großen macht. Schließen Sie Rahmen, Vorder- und Hinterrad an einem festen Fahrradständer oder Laternenpfeiler an. So kann Ihr Velo nicht einfach angehoben und weggetragen werden, wie es beim Abschließen der Fall wäre. Oder beim Anschließen an einen zu kurzen Pfeiler.

Ein gutes Schloss ist die halbe Miete

Die sichersten Schlösser sind laut zahlreicher Tests Bügelschlösser. Dicht gefolgt von den flexibleren Panzerkabeln und Kettenschlössern. Ganz gleich für welche Art Sie sich entscheiden, investieren Sie unbedingt in ein hochwertiges Schloss und lassen Sie die Finger von Billigschlössern.

Bleiben Sie unberechenbar

Wenn der Dieb schon vorher weiß, wo Sie Ihr Rad zu welcher Zeit abstellen, hat er es umso leichter, sich ungestört an seine Beute zu machen. Meiden Sie also Einheitstrott und schließen Sie Ihr Rad immer mal wieder anderswo an.

Ideale Abstellorte sind:

  • öffentlich

    Einsame Ecken und dunkle Gassen sind keine guten Abstellorte. Stellen Sie Ihr Rad in der gut beleuchteten Öffentlichkeit ab.

  • geschlossen

    Zuhause steht das Rad am besten angeschlossen im eigenen Keller oder in speziellen, abschließbaren Fahrradboxen.

  • speziell dafür vorgesehen

    Sogenannte Abstellanlagen bieten meist einen guten Schutz vor Diebstahl und Beschädigung. Achten Sie auf das Gütesiegel „ADFC-empfohlen“.

Besser gefunden werden

Für den Fall, dass alle Vorsicht nichts hilft und Ihr Rad doch gestohlen wird, können Sie es dem Dieb einerseits schwer machen, Ihr Rad loszuwerden und andererseits die Polizei bei der Wiederauffindung unterstützen, indem Sie

  • Einzigartigkeit herstellen

    Besondere Gestaltung und unveränderliche Merkmale machen Ihr Fahrrad unverwechselbar. Das macht es Dieben schwerer, es loszuwerden. Die Wahrscheinlichkeit für einen Diebstahl sinkt.

  • Codierung nutzen

    Lassen Sie einen individuellen Code in den Rahmen Ihres Rades eingravieren oder unablöslich aufkleben. Eine solche Codierung kann vom Fahrradhändler, Fahrradclub oder von der Polizei vorgenommen werden. Eine Liste von Anbietern in Ihrer Umgebung finden Sie hier.

  • Fakten notieren

    Rahmennummer, Farbe, Fabrikat und besondere Merkmale sollten Sie in einem Fahrradpass festhalten. Diesen erhalten Sie bei Ihrem Fahrradhändler, der Polizei, Ihrer Versicherung oder als App zum Download.

Versichern Sie Ihr Rad!

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit aber es sei dennoch ausdrücklich erwähnt. Denn auch hier zeigt die Statistik, dass es durchaus Nachbesserungsbedarf gibt. Nur vier von zehn gestohlenen Fahrrädern waren 2014 versichert. Bei einem laut Versicherungsverband durchschnittlichen Schaden von knapp 500 Euro pro Rad wird so eine ohnehin schon ärgerliche Angelegenheit auch noch unnötig teuer.

Überprüfen Sie Ihre Hausratversicherung auf den Einschluss Ihres Fahrrades. Es sollte zum Neupreis und ohne Nachtzeitklausel, also rund um die Uhr versichert sein. Ich wünsche weiterhin viele diebstahlfreie Zweiradfreuden!

1 Kommentar

  1. was die Langfinger Offensive betrifft, so wäre es in den einzelnen Rubriken bestimmt angebracht auch spezielle Hinweise für E-Bikes zu geben. Bitte nicht vergessen, dass zum einen E-Bikes auch sehr gerne gestohlen werden und dann geht es nicht mehr nur um ca. 500 Euro pro Rad, sondern diese Räder können auch schon mal bis zu 3.000 Euro kosten. Ein wichtiger Punkt also, da der Verkauf von E-Bikes in Deutschland rasant zunimmt.

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