Mit Vollgas in den Burnout – und wieder raus.

Mitten im Urlaub wird Nils P.* klar: „Das funktioniert so nicht. Ich brauche Hilfe.“ Eigentlich ein logischer Zeitpunkt, findet er. „Ich hatte einfach keine Gelegenheit mehr, meine Symptome zu ignorieren, indem ich mich mit etwas anderem beschäftige.“ Symptome, so erkennt der gelernte Versicherungsfachwirt rückblickend, die es genau genommen schon lange gab.

Bereits seit Monaten hatte er immer wieder diffuse Magen-Darm-Beschwerden, die er allerdings nie mit seiner Psyche in Verbindung gebracht hatte. „Ich hätte mich selbst niemals als gestresst oder überfordert beschrieben. Weder beruflich, noch privat.“ Auch die innere Unruhe war schon länger da, erinnert sich der Vater zweier Töchter. Immer mal wieder latent, eine unangenehm treibende Kraft, die langsam immer greifbarer wurde.

Und irgendwann kam auch noch die Angst dazu. Von diffus und unterschwellig bis unhaltbar überwältigend in Form von akuten Panikattacken. Innere Unruhe, Übelkeit, körperliche Schwäche. „Meine Symptome nahmen immer mehr zu, während meine Energie immer mehr abnahm, genau wie meine Lust auf irgendetwas.“ In diesem überreizten, leergelaufenen Zustand geht er schließlich an einem Donnerstag zu seinem Hausarzt.

Der konnte ihm aber leider nicht so richtig weiterhelfen und ein Termin beim Facharzt war frühestens in einem Monat zu bekommen. Aber er wusste: Er braucht Hilfe. Und zwar schnell. Also rief er bei SIGNAL IDUNA – hier ist er seit Jahren krankenversichert – die Hotline der Medizinischen Assistance an. Diese befindet sich im Hause der Gesellschaft für medizinische Expertise mbH (Med X) – eine Tochtergesellschaft der SIGNAL IDUNA. Von diesem Experten-Team aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Versicherungskaufleuten hatte er durch einen Besuch auf der Internetseite der SIGNAL IDUNA erfahren. Nach einer kurzen Schilderung seiner Situation und dem anschließenden Gespräch mit seiner persönlichen Ansprechpartnerin Verena Steggemann wusste er, dass er sich bei ihr in guten Händen befindet.

Rettung naht – und zwar sofort

Verena Steggemann, seit 2002 Case Managerin im Bereich Psychologie nimmt den Anruf von Nils P. entgegen.

Verena Steggemann - Case Managerin im Bereich Psychologie
Case Managerin  Verena Steggemann

Mit gezielten Fragen verschafft sie sich einen Überblick über die Situation und das Problem. Aufgrund des medizinischen Know Hows ist es ihr möglich, das Problem einzugrenzen und festzustellen, dass Nils P. kurzfristig Hilfe benötigt. Eine ambulante Therapie, erklärt sie ihm, wird in dieser Situation eher nicht ausreichen. Sie beruhigt ihn und versichert ihm die Unterstützung bei der Organisation der Diagnostik und Therapie. Herr P. soll schnellstmöglich Klarheit über seinen Zustand und mögliche Behandlungen erhalten. Versiert filtert sie die in Frage kommenden Diagnostikmöglichkeiten, klärt Rahmenbedingungen und reserviert einen ambulanten Termin zur Diagnostik in einer Klinik in Göttingen mit der Option weiterer Therapiemöglichkeiten.

Anschließend ruft Frau Steggemann Nils P. zurück und teilt ihm mit, er könne morgen in einer Klinik in Göttingen vorstellig werden. Zum Vorgespräch und gegebenenfalls auch gleich zur weiteren Diagnostik und Behandlung. Noch am gleichen Tag packt Nils P. vorsichtshalber mit gemischten Gefühlen das Nötigste zusammen und macht sich auf den Weg. „Sie können sich nicht vorstellen, was für eine Befreiung es war, sich um nichts kümmern zu müssen.“ erzählt Nils P. „Frau Steggemann hat mich einfach gerettet. Anders kann man das gar nicht sagen.“

Die „paar Nächte“, mit denen der beruflich und familiär stark Eingebundene maximal gerechnet hatte, werden zu Wochen. Erst zwei, dann sechs, dann acht und schließlich die eingangs von ärztlicher Seite empfohlenen drei Monate.

„Das Schwerste an diesem ganzen Prozess war die Entscheidung, zu bleiben.“ Heute ist er froh über diese Entscheidung. Die ersten zwei Wochen waren hart. In der sogenannten Anamnesephase werden ausschließlich Einzelgespräche geführt. „Und ich sage Ihnen, die machen aber auch wirklich vor keinem Thema Halt“, grinst der 48-Jährige schief. Die Diagnose Burnout wird nach zwei Wochen gestellt. Die folgenden Wochen verbringt Nils P. mit Therapiesitzungen, Gruppengesprächen und dem Erlernen unterschiedlicher Entspannungstechniken. „Aus so einer Gruppensitzung gehen Sie auch schon mal völlig nassgeschwitzt raus“, erinnert er sich. „Ich hatte drei Monate Zeit, mich ausschließlich um mich selbst zu kümmern. Das war hart und gleichzeitig ein großes Geschenk.“

Auch während des Klinikaufenthaltes bietet Verena Steggemann Nils P. ihre Unterstützung an. Sie kümmert sich um die jeweiligen Kostenübernahmen und steht ihm bei Fragen zur Therapie zur Verfügung. Zum Ende der Behandlung verabredet sie sich für die Organisation der ambulanten Weiterbehandlung zu einem Telefontermin mit Herrn P. Hierbei berücksichtigt sie die stationär erfolgte Therapie, klärt die erforderlichen nächsten Schritte und nennt Nils P. für die ambulante Therapie konkrete Therapeutenanschriften in Wohnortnähe. Diese Unterstützung nimmt der zu diesem Zeitpunkt noch voll im Klinikalltag integrierte Patient dankbar an. Es ist für ihn eine große Hilfe, vor der Entlassung zu wissen, wie es nach dem Klinikaufenthalt weiter geht.

Die Zeit seines Klinikaufenthaltes hat Nils P. genutzt. Er weiß heute, welche Umstände und Einstellungen ihn in den Burnout geführt haben. Welche inneren Muster es zu erneuern gilt und dass er die sprichwörtliche Fünf auch ruhig mal gerade sein lassen kann. Ein starkes Stück Arbeit war das. „Und dann, als ich raus kam, kam ja erst der eigentliche Hammer.“

Von der Käseglocke ins Jetzt

„Die Zeit direkt nach der Klinik ist oftmals heikel“, erklärt Verena Steggemann, „aus der isolierten Käseglocke kommend sehen sich viele Patienten mit Schwierigkeiten und großen Unsicherheiten konfrontiert. Natürlich nehmen wir ihnen so viel wie möglich ab, kümmern uns um Anschlusstherapien, Abwicklung und Abrechnung sind aber auch oftmals die ersten Ansprechpartner für emotionale Engpässe oder Notlagen.“ Auf dieses breite Betreuungsspektrum sind die 38-Jährige und die 10 weiteren Case Manager der Medizinischen Assistance spezialisiert.

Nils P. nickt zustimmend, als seine Ansprechpartnerin von den Schwierigkeiten des „Nachhausekommens“ spricht. „Hinter dem Burnout und der Klinik liegt erst mal die Erkenntnis, dass alles so ist, wie es war. Nur man selbst nicht mehr.“ Ernst berichtet er von der Zeit nach der „Käseglocke“, als seine Symptome wieder schlimmer und seine Zuversicht immer schmaler werden. Ungeduld und Frust machen dem erst so zuversichtlichen Heimkommer das Leben schwer. „Alles ganz normal“ versichert ihm Verena Steggemann in ihren regelmäßigen Gesprächen immer wieder. „Geben Sie sich die Zeit.“ Leichter gesagt, als getan. Zumindest für den ehemaligen Alles-Schaffer mit Hang zum Perfektionismus.

Was ihm hilft ist die ausnahmslose Unterstützung aus seinem Umfeld. Familie, Freunde, Arbeitgeber, alle stehen geschlossen hinter ihm, sind sich einig, dass er sich Zeit lassen, ruhig machen und vor allem entspannt bleiben solle. Bezüglich seiner Wiedereingliederung bremst seine Therapeutin den Eifer ihres Klienten, innerhalb von sechs Wochen wieder voll im Job zu sein. „Sie dürfen nicht in Wochen denken, sondern in Monaten.“ Und genau das tut er dann auch.

Kompliziert aber stabil

Dank Verena Steggemann findet er schnell einen wohnortnahen ambulanten Therapieplatz. Seine wöchentlichen Sitzungen bei der vermittelten Therapeutin beginnen nahtlos nach dem Klinikaufenthalt. Hier erkennt Nils P. langsam wieder seine Fortschritte, verarbeitet das Leben, das seit der Entlassung auf ihn einprasselt.

Heute, rund ein Jahr später, bezeichnet er sich und sein Leben als manchmal noch ungewohnt verändert aber gut. Trotz vieler Fortschritte und Erkenntnisse geht die Entwicklung und die Arbeit an sich selbst für ihn weiter. Mit seinen inzwischen monatlichen Therapiesitzungen, Autogenem Training, viel aktivem Bewusstsein und auch der einen oder anderen alternativen Heilmethode.

„Ich habe den Kontakt zu mir selbst wieder hergestellt. Vorher war ich nur im Kopf, hatte völlig das Gefühl dafür verloren, was mir gut tut, was ich will, was mir wichtig ist. Ich habe nur noch gedacht und gemacht. Und zwar alles. Dieses Muster konnte ich ablegen. Jetzt frage ich mich immer erst einmal ‚Was macht das mit Dir?’ und entscheide dann auch mal aus dem Bauch heraus. Ganz gleich, worum es geht.“ Für diese positive Veränderung ist Nils P. dankbar. Genau wie für einige andere. „Wer weiß, wovor mich die Depression bewahrt hat.“

Eckdaten des Falls

  • Sukzessive Symptomhäufung bis zur völligen Erschöpfung
  • Sofortige Klinikeinweisung mit Diagnose Burnout
  • 3 Monate Klinikaufenthalt
  • 3 Monate Wiedereingliederung
  • Weiterhin begleitende Psychotherapie
  • Voll wiederhergestellte Arbeitsfähigkeit
  • Neue Fähigkeit der emotionalen Priorisierung und der Selbstfürsorge

Med X GmbH – die professionellen Patientenbetreuer

Die Med X GmbH übernimmt im Auftrag der SIGNAL IDUNA die Medizinische Assistance für Vollversicherte. Als persönlicher Patientenbetreuer unterstützt die Med X GmbH diagnosebezogen Versicherte in allen Fragen zum Behandlungsplan. Für die bestmögliche Betreuung – und Genesung – des Einzelnen bündelt das auf das sogenannte Case Management spezialisierte Unternehmen die Kompetenz von Ärzten, Krankenpflegern, , Versicherungskaufleuten und Sozialversicherungsfachangestellten. Der persönliche Ansprechpartner informiert, klärt, organisiert und koordiniert – alles im Sinne eines individuell optimalen Behandlungsablaufes für den Patienten.

*Name von der Redaktion geändert.

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