Wenn der Berg ruft …

Ganz gleich, ob in Wanderstiefeln, an Kletterseilen baumelnd oder auf Skiern: Wer dem Ruf des Berges folgen möchte, sollte sich vorab einige Gedanken zur eigenen Sicherheit machen!

Nun ist es passiert. Über zehn Jahre konnte ich unsere eingeschworene Reisetruppe erfolgreich davon abhalten, als Ziel der alljährlichen gemeinsamen Reise, die Berge zu wählen. Eins zu sieben Stimmen. Mein lieber Freund, Dich erwartet zu Hause ein Donnerwetter. Wenn auch zwei zu sechs kein anderes Ergebnis herbeigeführt hätte, dann doch wenigstens ein Gefühl des Zusammenhalts. Die Couch ist heute Nacht Dein.

Aber schön, nun geht es eben im Herbst auf den Berg. In optisch bedenklichen Trekkingschuhen, auch ein Hut mit großer Krempe wurde empfohlen und mit den obligatorischen Wanderstöcken bewaffnet. Halleluja!

Du kennst Dich doch aus …

Als ich mich gerade mit der bevorstehenden Wanderwoche angefreundet hatte, klingelte mein Telefon. Tom. Ich würde mich doch mit Versicherungen und so (ich liebe „und so“!) auskennen und ob man denn in Österreich eigentlich eine Auslandsreiseversicherung bräuchte. Und ob seine Privat-Haftpflichtversicherung da auch gelte. Wegen der Gefahr, dass seine vom Pech verfolgte Frau jemandem versehentlich mit ihren Wanderstöcken den Zeh bräche.

Ich beruhige Tom hinsichtlich der Privat-Haftpflichtdeckung. Aber er hat mich auf noch mehr sorgenvolle Gedanken gebracht. Was, wenn einem wirklich etwas passiert. Da oben. Irgendwo zwischen Gipfel, Felsspalte und Lawinengefahr. Gute Frage …

Was? Wenn? Und so?

Wir malen uns also ein traumhaftes Alpenpanorama aus, tolle schmale Wanderpfad. Uns gehören die Wipfel fast alleine. Plötzlich ein Schrei – und einer von uns ist in eine Felsspalte gerutscht. Was nun? Wer hilft? Wer zahlt? Wen anrufen?

Ruhe bewahren – 112 anrufen.

Die wichtigste und im Ernstfall zugleich am schwierigsten umzusetzende Ruhe-bewahren-Regel gilt auch in den Bergen. Ebenso wie der europaweite Notruf 112. Zusätzlich gibt es in bestimmten Ländern und Regionen spezielle Notrufnummern, unter denen Sie direkt die jeweilige Bergrettung erreichen.

Österreich:               140
Schweiz:                  144
Italien:                      118
Frankreich:                15

Teure Bergung in Deutschland

Wer in den deutschen Alpen abstürzt und aufgrund der Unwegsamkeit des Geländes auf einen Hubschrauber angewiesen ist, kann sich sicher vorstellen, dass ein solcher Einsatz sehr teuer werden kann.

Wenn der Heli zum Einsatz kommen muss, wird es teuer.
Wenn der Heli zum Einsatz kommen muss, wird es teuer.

Ein Hubschraubereinsatz wird von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur dann übernommen, wenn ein andersartiger Transport Ihren gesundheitlichen Zustand gefährdet hätte. Handelt es sich hingegen um eine Situation, in der nur aufgrund des Geländes ein Hubschrauber statt eines Krankenwagens kommen musste, nennt die GKV das nicht mehr Rettung, sondern Bergung. Und die zahlt in der Regel der zu bergende Deutsche im eigenen Land selbst.

Rettet überall: Private Unfallversicherung

Wer über eine Private Unfallversicherung verfügt, muss sich wahrscheinlich keine weiteren Gedanken über Such-, Rettungs- und Bergungskosten machen. Denn diese sind in der Regel weltweit abgesichert. Eventuelle Folgekosten durch einen Krankenhausaufenthalt aber beispielsweise nicht. Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie vor jeder Abreise noch einmal in Ihre Versicherungsbedingungen schauen oder sich direkt bei Ihrer Versicherung erkundigen.

Günstigere Rettung im Ausland?

Womit muss ich rechnen, wenn ich in den österreichischen Bergen ungünstig abrutsche?

Sowohl in Österreich, als auch in der Schweiz richten sich die Kosten der Rettung (oder Bergung) nach den nationalen Abrechnungssätzen. Hier darf man sich also selbst ohne anschließenden Krankenhausaufenthalt auf hohe Eigenanteile einstellen.

Die gute Nachricht: Für Reisen ins Ausland lassen sich solche finanziellen Desaster im Vorwege ausschließen. Mit einer Auslandreiseversicherung ab einen Euro pro Tag oder 11,- Euro für das ganze Jahr sind nicht nur Rettung und Bergung, sondern auch die Behandlung eines gestoßenen Zehs abgedeckt. Da sind vernünftige Wandersocken kostspieliger.

Im Reich der Puder-Pisten

Wenden wir uns vom Wandern einmal den zusätzlichen Gefahren des beliebten Wintersports zu. Auf den mittlerweile vollen und meist engen Pisten passiert in der heutigen Zeit schnell mal etwas. Hier empfiehlt sich eine Private Unfallversicherung umso mehr. Aber auch das erhöhte Haftungsrisiko ist nicht ohne. Wenn man dem Nachbarn versehentlich über die Ski fährt, kann das im Zweifel auch einmal zu einem höheren Schaden führen. Eine Privat-Haftpflichtversicherung ist hier also Pflicht.

Die Alpen-Checkliste

Jetzt, da ich mich bezüglich unserer kommenden Reise „mit Versicherungen und so“ tatsächlich auskenne, teile ich mein Wissen natürlich gerne und schicke allen Mitreisenden eine kurze Checkliste. Vielleicht ist sie ja auch Ihnen bei der nächsten Bergreise hilfreich:

  • Bergrettung-Notrufnummer ins Handy speichern

Sorgenfrei-Versicherungspaket:

  • Reisekrankenversicherung
  • Private Unfallversicherung
  • Privat-Haftpflichtversicherung

Für die Wandertour:

  • Erste-Hilfe-Pack
  • Blasenpflaster
  • Sonnenbrille, Sonnencreme und Lippen-Fettstift
  • Magnesiumtabletten gegen Krämpfe
  • Handliche Snacks

Für die Piste:

  • Erste-Hilfe-Pack
  • Kältecreme
  • Fetthaltige Sonnencreme
  • Handliche Snacks

2 Kommentare

  1. Skiunfall im Ausland

    Was passiert, falls ich ein Unfall auf dem Pisten in Frankreich habe? Oder in der Bergen in Asien bei Wandern? Welche Versicherung ist am Bestens geeignet? Ich habe seit Jahren die Reiseversicherung aber bin nicht ganz sicher, ob ich in diesen Fällen (Sport/extrem Sport im Ausland) bedeckt bin.

    Danke

    1. Unsere Reiseversicherungen bieten auch Schutz bei privaten (Extrem-) Sportaktivitäten auf Urlaubsreisen im Ausland. Die Absicherung der Such-, Rettungs- und Bergungskosten ist lediglich über unsere Jahres-Reise-Krankenversicherung Premium Urlaubsgeld gewährleistet.
      Für die umfassende Absicherung bei Unfällen im Ausland empfiehlt sich unser Reise-Paket XL. Dort sind die o.g. Kosten abgesichert und es ist zudem eine Reise-Unfallversicherung enthalten. Nähere Infos hierzu finden Sie unter http://www.signal-iduna.de/reise.

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