Tipps für sicheren Badespaß!

Die Badesaison läuft auf Hochtouren und die Deutschen planschen fröhlich durch „ihre“ Meere, Flüsse und Seen. Jedes Jahr ereignen sich dabei schwere, teils tödliche Unfälle, die sich vermeiden ließen. Mit einigen einfachen Verhaltensregeln.

„Und, wie war der Urlaub?“

Mit dieser eigentlich unverfänglichen Frage brachte ich eine Kollegin kürzlich den Tränen nahe. „Da ist einer ertrunken. Schrecklich war das.“ Berichtete sie knapp und ich unterließ die genaue Nachfrage. Beschäftigt hat mich diese kurze Info dann aber doch. Ertrunken? Und das wo zur Sommerzeit doch alle paar Meter ein bemannter Rettungsturm an den Stränden steht? Ist doch kaum möglich, dass da jemand unbemerkt in Not kommt. So habe ich mir das jedenfalls gedacht. Leider weit gefehlt.

Größte Gefahr: Binnengewässer

Die erschreckende Wahrheit: Über 400 Menschen sind letztes Jahr in Deutschland ertrunken. Mehr als drei viertel der Opfer verloren in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen ihr Leben. „Binnengewässer sind nach wie vor die Gefahrenquelle Nummer eins. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, an unbewachten Seen und Flüssen zu ertrinken, ist auch deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern“, erklärt Achim Haag, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Ältere sind besonders gefährdet

Rund 36 % der Opfer waren über 55 Jahre alt. Allerdings häufen sich auch die tödlichen Badeunfallzahlen bei Kindern, was der DLRG auf den allgemein zurückgehenden Schwimmunterricht in Schulen zurückführt. Eine weitere Risikogruppe stellen Flüchtlinge dar, die größtenteils Nichtschwimmer sind und zudem die in deutscher Sprache verfassten Baderegeln nicht lesen können.

Der leise Tot

In Filmen wird ein Ertrinkender gern planschend, gurgelnd und schreiend dargestellt. So sei das im echten Leben eher nicht, informiert mich der DLRG. Der Betroffene verliert vielmehr aufgrund von einer Verletzung, Unterkühlung oder Herz-Kreislauf-Problemen das Bewusstsein oder sinkt vor lauter Schwäche lautlos unter Wasser. Eine Rettung wird damit umso schwieriger.

Die wichtigsten Baderegeln für Ihre Sicherheit

Befolgen Sie diese einfachen Tipps und kommen Sie sicher und gesund durch die Badesaison:

Langsam Abkühlen

Je heißer, desto mehr gilt: nicht ins kalte Nass sprinten. Der plötzliche Temperaturwechsel könnte das Herz-Kreislauf-System überlasten und zu Unterkühlung, Krämpfen oder einem Herz-Kreislauf-Stillstand führen.

Sie frieren? Raus aus dem Wasser!

Je kälter Sie werden, desto weniger können Sie sich bewegen. Das kann vor allem in tiefen Gewässern schnell gefährlich werden. Bei Gänsehaut oder bläulichen Lippen sofort raus aus dem Wasser und rein in warme Klamotten.

Mittel-fit ist kein Badezustand

Ist Ihnen unwohl oder fühlen Sie sich schwach, bleiben Sie lieber am Ufer. Temperaturunterschiede und das Schwimmen selbst sind eine zusätzliche Belastung für den Körper, die Sie plötzlich überfordern könnte.

Springen verboten

Mit Ausnahme des Sprungbeckens im Schwimmbad sollten Sie in kein Gewässer springen, schon gar nicht kopfüber. Eine zu geringe Tiefe sowie harte oder spitze Gegenstände auf dem Grund stellen eine große Gefahr dar.

Überschätzen Sie sich nicht

Ohne Training plötzlich einen Marathon mitlaufen? Eher nicht. Beherzigen Sie diese Logik auch beim Badeausflug. Schwimmen Sie nicht zu weit raus und reagieren Sie auf kleinste Anzeichen von Müdigkeit mit dem sofortigen Landgang.

Badeverbot bei Gewitter

Blitze schlagen meist am höchsten Punkt der Umgebung ein. Im Wasser schwimmend ist das Ihr Kopf. Wobei auch ein Einschlag ins Wasser, in dem Sie schwimmen, fast ebenso stark auf Sie einwirkt – und Sie umbringen kann.

Erst verdauen, dann schwimmen

Verdauen kostet Energie. Und die wird von der Muskulatur abgezogen. Wir sind nach dem Essen also schwächer. Außerdem könnten Ihnen von der Anstrengung auf vollen Magen plötzlich schlecht werden.

Mit Alkohol trocken bleiben

Betrunken oder auch nur angeheitert überschätzen wir uns gern und verlieren den realistischen Blick für Gefahren, Entfernungen und Strömungen. Dies sind keine sicheren Voraussetzungen fürs Schwimmengehen. Lassen Sie es.

Gemeinsam ist es sicherer

Zu zweit oder in einer Gruppe kann man im Wasser gut aufeinander Acht geben. Insbesondere wenn Sie vor haben, weitere Strecken im Wasser zurückzulegen, sollte Sie jemand vielleicht sogar mit einem Boot begleiten.

Badeverbote respektieren

Warnen Schilder oder Fahnen vor dem Baden, sollten Sie am Ufer bleiben. Hier kann auch guten Schwimmern beispielsweise durch tückische Unterströmungen Lebensgefahr drohen. Suchen Sie sich lieber einen ausgewiesenen Badestrand.

Mit diesen Regeln in der Strandtasche sollte Ihrem sicheren Badespaß eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Ich persönlich nehme es ganz besonders genau mit der Sicherheit und habe mich für einen aufblasbaren Minipool im Garten entschieden, in dem ich an heißen Tagen meine erhitzten Glieder abkühlen kann. Zwar nicht gerade ein Schwimmabenteuer, dafür aber auch keine tückischen Strömungen oder fremde Badegäste. Ab und an mal eine Wespe ausgenommen.

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