Alle 30 Minuten ein Autoklau in Deutschland!

Die Autodiebe in Deutschland werden immer professioneller und organisierter. Sie können dennoch dafür sorgen, dass Ihr Kfz nicht ins Visier der Langfinger gerät. Mit diesen einfachen Sicherheits-Tipps.

Hannah hat Glück

Ich konnte nicht mehr vor Lachen. Dabei hatte ich so sehr versucht, an mich zu halten. Aber was meine Freundin Hannah da zum Besten gab, war einfach zu köstlich. Mit ernster Miene hatte Sie mir zwei Tage zuvor versichert: „Man hat mein Auto geklaut!“ Dazu müssen Sie wissen, dass es sich hierbei um eine A-Klasse Baujahr 1998 handelt und bei Hannah um jemanden mit unterirdischem Orientierungssinn und einem sympathischen Hang zur Schusseligkeit. Das hat sie allerdings nicht davon abgehalten, den Diebstahl auf der Polizeiwache zu melden, eine Beamtin also eine gute Stunde mit wichtigen Informationen zur Anzeige zu versorgen, nur um weitere drei Stunden später kleinlaut bei der Wache anzurufen und zu melden, dass ihr Fahrzeug wieder aufgetaucht sei. Und zwar genau dort, wo sie es selbst abgestellt hatte. Köstlich.

Die Realität des Autodiebstahls

So läuft es natürlich nicht bei jedem, der plötzlich sein Auto nicht mehr finden kann. Insbesondere bei höherpreisigen, neueren Modellen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Autodiebe bedient haben. Das passiert in Deutschland statistisch gesehen sogar alle 30 Minuten. Laut dem Autodiebstahl-Report des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden 2017 insgesamt 17.493 kaskoversicherte Pkw gestohlen. Besonders beliebt sind luxuriöse SUVs und Limousinen von Premium-Herstellern, allen voran Land Rover und Porsche.

Hochburg der Autodiebe ist mit einer Diebstahlquote von 3,6 (von 1.000 kaskoversicherten Pkw) Berlin, gefolgt von Hamburg (1,9), Leipzig (1,3), Hannover (1,2) und Dresden (1,0). Der Süden Deutschlands schnitt insgesamt weit sicherer ab.

Machen Sie Autodieben das Leben schwer!

Natürlich gilt für die Diebstahlsicherung Ihres Kfz, was überall im Leben gilt: 100 %-ige Sicherheit gibt es nicht! Aber man kann durchaus die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls senken und es den Dieben besonders schwer machen. Durch gezielte Maßnahmen aber auch durch einige ganz einfache Verhaltensregeln. Je hochpreisiger und neuer Ihr Wagen ist, desto mehr sollten Sie darauf achten, die folgenden Hinweise zu beherzigen.

Handfester Diebstahlschutz

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Fahrzeug mechanisch oder elektronisch gegen Diebstahl zu schützen. Die Kriminalpolizei und entsprechende Fachwerkstätten können Ihnen hierzu konkrete Informationen geben. Hier eine kurze Übersicht der gängigen Möglichkeiten.

Gangschaltungssperre

Diese nachrüstbare Sicherungsmöglichkeit blockiert den Schalthebel mechanisch und ist per Schlüssel de-/aktivierbar.

Lenkradsperre

Ein solides Gestänge wird am Lenkrad angebracht und erschwert das Drehen mechanisch. Die deutliche Sichtbarkeit kann auf Täter abschreckend wirken.

Parkkralle

Ein massiver Stahlbügel wird am Vorderrad angeschlossen und blockiert dieses. Wirksamer Diebstahlschutz, der sich besonders für längere Abwesenheit eignet.

Zusatzschlösser

Zusätzliche Schlösser mit besonders langen, stabilen Bolzen bieten zusätzliche Sicherheit für Türen und Kofferraum.

Diebstahlwarnanlagen

Ergänzend zu den mechanischen Sicherungsvorkehrungen bieten sich elektronische Sicherungen an, wie beispielsweise die Kontakt-, Innenraum- sowie Neigungsüberwachung. Ideal ist die Kombination aller genannten Varianten.

Wegfahrsicherungen

Die elektronische Wegfahrsperre findet sich in nahezu allen moderneren Kfz. Kostbaren Oldtimern fehlt diese Sicherungskomponente natürlich.

Verhalten Sie sich „diebstahlvermeidend“

Die besten Sicherheitsmaßnahmen können gegen grobe Fahrlässigkeit nichts ausrichten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie auch Ihr Verhalten entsprechend anpassen. Ganz gleich, ob Sie für Stunden oder auch nur ganz kurz zum Tanken oder Brötchenholen aussteigen.

Sicher parken

Stellen Sie hochwertige Fahrzeuge möglichst in einer abschließbaren Garage oder zumindest auf belebten und gut beleuchteten Parkplätzen ab.

Zündschlüssel ziehen

Ziehen Sie immer den Zündschlüssel ab und lassen Sie das Lenkradschloss einrasten.

Wertsachen mitnehmen

Lassen Sie KEINE Wertsachen im Fahrzeug liegen. Dazu gehören insbesondere Handys, Tablets, Navigationsgeräte, Navi-Halterungen, Taschen und Jacken. Jede Wertsache ist ein zusätzlicher Anreiz für den potenziellen Dieb, Ihren Wagen zu knacken.

Alles abschließen

Schließen Sie Fenster, Türen, Kofferraum und Schiebedach. Achten Sie bei der Verriegelung per Funkfernbedienung auf das optische (und/oder akustische) Signal. Funkblocker könnten Ihr Funksignal gezielt stören und die Verriegelung verhindern.

Alarmanlage einschalten

Es mag überflüssig klingen, ist aber tatsächlich ein wichtiger Hinweis: Sofern Ihr Wagen mit einer Diebstahlwarnanlage ausgestattet ist, schalten Sie diese auch ein.

Wachsam bleiben

Achten Sie auf Personen oder Fahrzeuge, die mehrmals langsam durch die Straße „streifen“, Ihr Auto fotografieren oder Fahrzeuge ableuchten. Notieren Sie sich gegebenenfalls das Kennzeichen und informieren Sie umgehend die Polizei.

Schlüssel „am Mann“ behalten

Lassen Sie Ihre Schlüssel niemals in Jacke oder Mantel, wenn Sie diese an frei zugänglichen Garderoben oder in Umkleidekabinen aufhängen.

Bei Probefahrten

Wenn Sie ein hochwertiges Fahrzeug verkaufen möchten, begleiten Sie potenzielle Käufer bei der Probefahrt und prüfen Sie zurückgegebene Schlüssel auf deren Funktion.

Besondere Hinweise für „Keyless“-Systeme

Inzwischen müssen wir dank Keyless Entry nicht mal mehr den Schlüssel aus der Tasche kramen, um unseren Wagen zu öffnen oder zu starten. Das ist einerseits natürlich ausgesprochen komfortabel, eröffnet allerdings auch neue Möglichkeiten für Autodiebe. Das Signal kann bei vielen Modellen noch immer „verlängert“ werden. Hierzu benötigen die Langfinger nur ein kleines Gerät in der Nähe des Autoschlüssels und eines in der Nähe des Fahrzeugs. So kann das Signal des Schlüssels aus Ihrer Hosentasche oder von der Kommode direkt neben der Haustür hunderte von Metern verlängert und Ihr Wagen einfach geöffnet und gestartet werden. Hier sind besondere Vorsichtsmaßnahmen gefragt.

Schlüssel abschirmen

Schirmen Sie das Signal Ihres Schlüssels bei Nichtgebrauch ab, zum Beispiel durch eine Aluminiumhülle.

Funktion deaktivieren

Oftmals lässt sich die Keylessfunktion temporär deaktivieren. Fragen Sie beim Hersteller Ihres Fahrzeuges, welche Möglichkeiten Sie hier haben.

Natürlich können all diese Maßnahmen zusammen nicht garantieren, dass Langfinger Sie und Ihr Fahrzeug verschonen. Aber sie können die Wahrscheinlichkeit senken, dass Sie Opfer eines Autodiebstahls werden. Und das ist ja immerhin schon mal etwas.

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