Und Gesundheit wächst doch an Bäumen

Piros, Delbare und Colina sind nur drei Beispiele derzeit reifender Gesundheitsspender. Die drei sagen Ihnen nichts? Wie wäre es dann mit Alkmene oder Augustapfel? Denn genau die werden derzeit in Deutschland geerntet und liegen teilweise bereits zum Verkauf an den Obstständen bereit.

Zugegeben, diese frühreifen Sorten sind besonders unter echten Liebhabern bekannt. Spätestens aber bei Gloster, Braeburn, Gala oder Jonagold klingelt es selbst bei eingefleischten Obstverächtern: die Rede ist vom Apfel. Dem in Deutschland beliebtesten Obst, dessen gesunde Wirkung nicht nur der Volksmund, sondern inzwischen auch die Wissenschaft anerkennt.

Geschmackvoller Cholesterinkiller

Diesen Titel verdiente sich der leckere Apfel nicht zuletzt in einer Modellstudie der Universität Oxford. Hier wurde berechnet, was passieren würde, wenn Ärzte ihren Patienten mit zu hohen Cholesterinwerten die tägliche Einnahme eines Apfels statt der üblichen Medikamente verordnen würden. Das Ergebnis war eindeutig: Die tägliche Einnahme von Tabletten könnte 9400 Briten pro Jahr das Leben retten. Der tägliche Genuss eines Apfels, so die theoretischen Berechnungen, könnte immerhin 8500 Todesfällen verhindern. Ob der Apfel diese Quote auch in der praktischen Umsetzung erfüllen kann, bleibt noch offen.

Verantwortlich für die vermutete Leistungskraft sind die so genannten Pektine, die im Apfel, vor allem in der Schale enthalten sind. Pektine binden das „böse“ LDL-Cholesterin im Darm und senken so zuverlässig den Cholesterinspiegel.

Gesundes Multitalent

Cholesterinsenkung ist nur eine der gesunden Stärken des Apfels. Der regelmäßige Genuss der kugeligen Leckerei hat nachweisliche Wirkungen auf fast alle Körperorgane und den Gesamtstoffwechsel. So sagt man ihm sogar die Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und einige Krebsarten nach.

Weitere positive Eigenschaften bringen erneut die Pektine mit sich: sie binden nicht nur LDL im Darm, sondern auch Mikroorganismen, Fette und giftige Stoffe, wie beispielsweise Schwermetalle. Bei Darmträgheit, Durchfallerkrankungen sowie beim Abnehmen sind Äpfel daher ideale Ernährungshelfer.

Besonders werdende Mütter sollten sich von diesem gesunden Multitalent eine Scheibe abschneiden. Oder besser gleich mehrere, denn laut amerikanischen Epidemiologen verringert jede zusätzliche Portion Apfel pro Tag das Risiko von Schwangerschaftsdiabetes.

Selbst der Demenz könnte mit dem regelmäßigen Verzehr von Äpfeln getrotzt werden, deuten Ernährungsexperimente an der Universität Massachusetts Lowell an. Ein tatsächlicher Nachweis konnte allerdings noch nicht geliefert werden.

Die Vitaminbombe vom Baum

So viel Gutes hat seinen Grund. Der liegt beim Apfel in den üppigen Inhaltsstoffen: reichlich Vitamine vom Typ A, B1, B2 und B6 stecken drin. Also jede Menge Futter für ein starkes Immunsystem, einen effizienten Energie-, Protein- und Fettstoffwechsel, ein robustes Nervensystem und die gesunde Entwicklung der Haut.
Den Nährstoff-Löwenanteil macht allerdings Vitamin C aus, das in erheblichem Maße unsere Abwehrkräfte sowie die Verwertung von Eisen unterstützt, Körperzellen schützt und darüber hinaus noch positiven Einfluss auf Bindegewebe, Wundheilung und Narbenbildung nimmt.

Da steckt noch mehr drin!

Diese Vitamine stecken nicht nur im Apfel, sondern sie stehen auch in den Regalen von Drogerien und Apotheken. Hochdosiert und Anwenderfreundlich im praktischen Pillenformat. Warum das Baumobst den Nahrungsergänzungsmitteln vorziehen? Hier wusste schon Aristoteles die richtige Antwort: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ So verhält es sich auch bei den Inhaltsstoffen des Apfels und übrigens auch jeden anderen Obstes. Die gesunde Wirkung liegt im perfekten Zusammenspiel von Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und den sekundären Pflanzenstoffen, beim Apfel den Polyphenolen. Diese sind für die Entfaltung der ganzen gesunden Wirkung von Obst, Gemüse und Heilpflanzen entscheidend. Eigentlich auch kein Wunder, dass uns die künstliche Nachbildung nicht gänzlich gelingt, hatte die Natur doch Jahrmillionen, um das Ganze zu perfektionieren.

Äpfel mit Birnen vergleichen

Der Apfel ist ein Star unter den leckeren Gesundmachern. Aber es gibt auch noch anderes Obst und Gemüse, das sich in der Präventivmedizin einen Namen machen konnte:

Forscher der William Patterson Universität in New Jersey sind sich einig: Spitzenreiter unter den gesündesten Obst- und Gemüsesorten ist die Brunnenkresse. Sie liefert ein breites Spektrum an Vitaminen (C, A, E, B1 und B2) und Mineralstoffen (Phosphor, Eisen, Natrium, Kalium und Kalzium) sowie reichlich Jod, Gerb- und Bitterstoffe sowie ätherische Öle. Die besten Zutaten, um erfolgreich gesund zu bleiben.

Ein weiterer „Superfood“: Brokkoli. Er regt unseren Körper zur Bildung von I3C (Indol-3-Carbinol) an, was in Verdacht steht, die Ausbreitung entarteter Zellen aufhalten zu können. Darüber hinaus liefert Brokkoli Sulforaphan, was seinerseits in dem Ruf steht, Krebszellen die Stirn zu bieten aber auch Alzheimer und Arthritis.

Und weil wir schon bei Birnen sind: auch dieses schwungvoll geformte Obst kann sich in der Riege der gesunden Lebensmittel sehen lassen. Sie wirkt Verstopfung entgegen,  aktiviert Nieren und Blase und regt damit die Entgiftung an. Die enthaltene Folsäure ist wichtig für Herz und Kreislauf, zur Produktion von Glückshormonen sowie für werdende Mütter. Die Spurenelemente Kupfer und Phosphor halten uns fit im Kopf, während der hohe Anteil an Mineralstoffen den Blutdruck senken kann.

Butter bei die Fische

All diese nützlichen Informationen sind natürlich – frei nach Aristoteles – im großen Ganzen und nicht isoliert zu betrachten. Das ausschließliche Essen von Brunnenkresse hält also nicht gesund. Ebenso wenig, wie der tägliche Verzehr von Broccoli immun gegen Krebs macht oder Birnen gegen erhöhten Blutdruck „eingenommen“ werden können. Essen – so gesund es auch sein mag – ersetzt im Krankheitsfall keine Medikamente.

Eine ausgewogene Ernährung hingegen, in der täglich eine Portion Brunnenkresse auftaucht sowie genügend Obst und Gemüse, kann bestimmten Erkrankungen durchaus vorbeugen. Und auch hier ist nicht die Rede von den wenigen hier genannten, sondern selbstverständlich von so vielen wie möglich. Das gesunde Stichwort lautet Vielfalt – nicht Dogma.

Befolgt man diese einfache Regel und erhöht den Verzehr von Gemüse und Obst, kann man laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) das Erkrankungsrisiko für Hypertonie, Koronare Herzerkrankung und Schlaganfall reduzieren. Und dabei auch noch genießen. Spricht eigentlich nichts dagegen.

7 Kommentare

  1. Danke für den tollen Gesundheitsbeitrag. Ich wusste zwar, dass der Apfel die Gesundheit fördert, (an apple the day takes the doctor away) doch was genau das Essen bestimmter Lebensmittel im Menschen fördert, war mir noch nicht bekannt.
    Weitere Mitteillungen, die Hilfen für gesundes Leben vermitteln können, würde ich gerne lesen.

    1. Hallo Herr Meuser,
      danke für Ihre positive Rückmeldung. Wir hoffen, dass Ihnen auch weiterhin unsere Themenauswahl gefällt. Natürlich werden wir die Tipps und Anregungen für die Gesundheit und den Alltag nicht vernachlässigen.

      Viele Grüße, Patricia Crone

  2. Danke für die Info zum Apfel. Esse seit Jahren täglich zum Frühstück einen Apfel mit Schale und fühle mich gut dabei.

  3. Schade ist halt nur, wenn man gegen die Stoffe im Apfel allergisch ist und hohe Cholesterinwerte hat. Dann muss man es halt mit anderen Methoden probieren.

  4. Die Segnungen des Apfels sind unbestritten.
    Was macht man aber, wenn aufgrund einer ärztl. festgestgellten Fruktose-Unverträglichkeit
    gerade der Apfel als ‘Haupt-Übeltäter’ erkannt worden ist?
    Bringen angepriesenen Tabletten u.ä. gegen Frruktose-Unverträglichkeit etwas – oder treibt
    man damit ‘den Teufel mit dem Belzebub aus’…?

    1. Der gesunde Apfel macht leider manch einem einen Strich durch die Gesunde-Ernährungs-Rechnung. Nicht nur die Ihnen offensichtlich vertraute Intoleranz gegen Fruchtzucker, sondern auch allergische Reaktionen führen dazu, dass der Apfel vom Speiseplan weichen muss. Allergikern wird oftmals empfohlen, es noch einmal vorsichtig mit den alten Sorten zu probieren. Das hilft aber natürlich bei einer Fructoseintoleranz nichts. Hier ist es empfehlenswert, sich von Ihrem Arzt oder Apotheker genauestens über die möglichen Behandlungsmethoden informieren zu lassen und sich in Ruhe für eine zu entscheiden. Die Tabletten sind schließlich nur eine von vielen Möglichkeiten, dem „Teufel“ zu Leibe zu rücken. Bis dahin sollten Sie Fructose gänzlich vermeiden. Das gilt leider erst einmal auch für den gesunden Apfel.

      Alles Gute für Sie und Ihre Gesundheit!

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