Weiblich, arm, alt sucht …

Traurig aber wahr: Altersarmut ist weiblich. Auch das noch. Wenn statt finanzieller Sorgen eigentlich der gemächliche Genuss des Ruhestandes dran sein sollte. Und wo das vermeintlich schwache Geschlecht doch schon im Berufsleben mit hartnäckigen Ungleichheiten zu kämpfen hat.

Nach dem Grundgesetz Artikel 3 sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Allerdings bedeuten gleiche Rechte nicht unmittelbar auch gleiche Chancen oder gleiche Behandlung. Leider. Die faktische Ungleichheit macht sich nicht nur im Arbeitsalltag bemerkbar, sondern mündet zudem in beunruhigenden Zukunftsprognosen bezüglich der Altersversorgung der Frau.

Fakt 1: Frauen verdienen weniger als Männer, auch bei gleicher Qualifikation.

Erschreckenderweise fast schon ein alter Hut. Und doch durchzucken entsprechende Meldungen und Statistiken immer wieder die Medienlandschaft und lösen Erstaunen wenn nicht gar Empörung aus. Im Schnitt verdienen Frauen laut statistischem Bundesamt 22 % weniger als Männer. Entgegen landläufigen Vermutungen ein seit vielen Jahren unveränderter Wert. In „harter Währung“ bedeutete das 2013 für Frauen einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 15,56 Euro im Gegensatz zu 19,84 Euro für Männer. Ein erheblicher Unterschied, der in der „beitragsbezogenen“ gesetzlichen Rentenversicherung auf Dauer unweigerlich zu geringeren Rentenhöhen führt.

Fakt 2: Frauen bekleiden nur einen geringen Prozentsatz an Führungspositionen.

Nur knapp jede dritte Führungskraft (28,6 %) war 2012 weiblich. Dieser Anteil verändert sich nur langsam: 1992 lag der Anteil bei 25,5 %, im Jahr 2002 bei 27,1 %. Stattdessen sind Frauen die Anführer der Teilzeitstatistik. Rund 68 % waren 2012 erwerbstätig, 45 % davon in Teilzeit. Im Vergleich: von den insgesamt 77 % erwerbstätigen unter den Männern waren gerade einmal 9 % teilzeitbeschäftigt. Viele Frauen sind zudem im so genannten Niedriglohnsektor und in entsprechenden Niedriglohnbranchen beschäftigt. Eine Tatsache, zu der Herr Prof. Axel Bö̈rsch-Supan, Ph.D. vom Munich Center for the Economics of Aging (MEA) des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik eine interessante Rechnung aufstellte. In seinem Vortrag auf dem 22. Wissenschaftlichen Kolloquium in Wiesbaden am 21.11.2013 fasste er knapp zusammen: 40 Jahre Minijob erzeugen maximal 164,- Euro Rente. Das entspricht gut 5 Euro pro Tag.

Fakt 3: Frauen sind in den meisten Familien für die Kinderbetreuung verantwortlich.

Keine Frage: das Kinderbekommen ist von Natur aus Frauensache. Die anschließende langjährige Betreuung allerdings ist keineswegs genetisch vorgegeben. Wobei die Statistiken anderes vermuten lassen: 2012 waren sechs von zehn Frauen mit minderjährigen Kindern in Deutschland erwerbstätig. Für Männer ist eine Familiengründung hingegen kaum mit einer beruflichen Veränderung verbunden: 84 %  der Väter waren erwerbstätig. Das Ergebnis für die sorgenden Mütter: geringere Rentenbeiträge und damit niedrigere Rentenansprüche.

Fakt 4: Die ohnehin schmale gesetzliche Rente wird für Frau zum Drahtseilakt

Nach all den vorangegangenen Fakten sind die Zahlen für die Altersversorgung von Frauen wenig überraschend – dafür aber nicht minder beunruhigend: Mit durchschnittlichen 358,- EUR (West) Regelaltersrente hinkten die Frauen 2012 den monatlichen 751,- EUR der Männer deutlich hinterher. In den neuen Bundesländern ist die Diskrepanz sogar noch deutlicher. In ganz Deutschland muss 2012 ein Viertel, also 25 % der alleinlebenden Frauen ab 65 Jahren mit weniger als 900 Euro persönlichem monatlichen Nettoeinkommen zurechtkommen. Bei den Männern waren es nur 16 %. Am Jahresende erhielten in Deutschland knapp 465 000 Menschen über 65 Jahre Grundsicherungsleistungen – 63 % davon waren weiblich.

Fakt 5: Extra-Wünsche kosten extra-viel

Beinahe im Gegensatz zu all diesen Zahlen entschieden sich in 2013 mehr als ein Drittel der knapp 650.000 Neurentner aus Altersgründen für einen früheren Renteneintritt – und damit für schmerzhafte Rentenabschläge. Über 45 % davon waren Frauen. Etwa 240.000 Rentner und Rentnerinnen mussten sich aufgrund ihres vorzeitigen Rentenbeginns im Schnitt mit monatlich ca. 80 EUR weniger Rente begnügen. Und wieder heißt es, mit weniger zufrieden zu sein. Zwar für beide Geschlechter gleichermaßen, wobei ein Weniger von ausreichend eben nicht so dramatisch ist, wie ein Weniger von wenig.

Fakt 6: Selbst ist die Frau – die Vorsorge-Emanzipation

Die grundlegenden Fakten für die Renten-Diskrepanz sind vielfältig und lassen sich kurzfristig nicht signifikant verändern. Das Ergebnis allerdings schon. Indem Frau selbst für eine solide Sicherung des eigenen Lebensstandards sorgt. Seit 2013 gibt es hierzu in der Vorsorgelandschaft definitive Lichtblicke. Mit Einführung der Unisex-Tarife bieten sich für die Schließung der teils eklatanten Versorgungslücken oftmals attraktive und vor allen Dingen auch lukrative Lösungen für Frauen an. Für die privaten Renten- und Pflegeversicherungen sind im Vergleich zu den Vorjahren für Frauen oftmals niedrigere Beiträge für die Leistungen fällig.

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5 Kommentare

  1. Die eigentlichen Gründe der Altersarmut von Frauen werden hier nicht dargestellt. Diese sind ganze vorneweg die länger Lebenserwartung von Frauen. Dadurch müssen Frauen wesentlich mehr fürs Alter sparen. Ein weiterer Grund ist, dass Frauen oft jünger sind als ihre Männer. Gepaart mit der längeren Lebenserwartung leben sie grob im Schnitt noch 10 Jahre länger als ihre Männer. Da die Reserven am Anfang oft noch reichen, wächst die Armut zum Ende hin an. Dies trifft die länger lebenden Frauen dann besonders.

    1. Ich habe mein Leben lang gearbeitet. Habe 3 Kinder großgezogen und habe vor mit 63 Jahren in Rente zu gehen. Was ich da bekomme ist mehr als lächerlich. Ich bin geschieden und als Ausgleich für 18 Ehejahre erhalte ich 50 € monatlich. Toll! Mein Fehler war”Ich habe mir einen Schreiner ausgesucht, dessen Einkommen zu niedrig war. Mein 2. Fehler war Ich habe als Verkäuferin auch nicht Reichtümer angehäuft.Wie soll ich als Paar für den Ruhestand vorsorgen, wenn es zum Leben kaum reicht? Ich hätte mein Leben ohne Kinder verbringen sollen. War mein Dritter Fehler.
      Wo kann ich Hilfe erfahren.

  2. Jeder sollte versuchen, sich zusätzlich fürs Alter abzusichern, aber oftmals fehlen dafür einfach die finanziellen Mitteln und Alternativen gibt es eigentlich ja keine, um der Altersarmut zu entgehen. Was soll man also tun, wenn das Geld fehlt, um sich zusätzlich abzusichern?

    1. Hallo Katja, danke für Ihren Kommentar.
      Natürlich ist das Auskommen mit dem Einkommen nicht immer einfach. Aber wie Sie schon geschrieben haben, ist die Absicherung wichtig. Aus diesem Grund bietet SIGNAL IDUNA ihren Kunden die ganzheitliche Beratung an. Über diesen Weg finden sich im Beratungsgespräch oftmals doch noch Möglichkeiten. Nähere Informationen zur ganzheitlichen Beratung finden Sie unter http://www.signal-iduna.de/Kampagne/ganzheitliche-beratung/index.html.

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