Airbnb & Co – so privat kann Urlaub sein. Aber nicht ohne Risiko!

Neulich wollte ich für ein langes Wochenende einen kleinen Städtetrip buchen. Es sollte eine Überraschung für meinen Freund werden. Und wurde eine für mich. Denn dass Privatleute Touristen ihre eigenen Wohnungen anbieten, war mir neu.

Privatunterkünfte sind der neue Hit

Sie heißen Airbnb, Wimdu, 9flats, Hospitality Club oder Couchsurfing. Die neuen Portale bieten sowohl Gastgebern, als auch Reisenden die Möglichkeit, direkt online private Unterkünfte anzubieten, bzw. zu buchen. Innerhalb wenigen Minuten und einiger Klicks, meist sogar günstiger als im Hotel. Aber in jedem Fall gefühlsechter und viel näher dran am echten Leben im jeweiligen Reiseland. Genau das ist es auch, was die Nutzer dieser Portale laut eigenen Aussagen besonders lieben.

Angeboten werden einzelne Zimmer oder ganze Wohnungen aber auch Hausboote, Baumhäuser, Villen und Schlösser. Weltweit. So unterschiedlich die Unterkünfte, so ähnlich ist auf allen Portalen das Prinzip: der private Gastgeber erstellt ein Profil seiner Wohnung, in dem er Ausstattung, Lage, Preis und Besonderheiten beschreibt. Die vielen Fotos und öffentlichen Kommentare und Bewertungen anderer Nutzer sorgen für eine recht schnelle Aussiebung “schwarzer Schafe”. Einige Vermittlungsportale schicken sogar einen Mitarbeiter zur Besichtigung vorbei, um die Richtigkeit aller Angaben zu sichern. Klingt alles erst mal richtig gut. Aber wie so oft steckt auch bei den neuen Buchungsportalen der Teufel im Detail.

Reisende finden schnell das Richtige

Das Buchen meines Kurztrips ging in etwa so: Ich logge mich auf einem der Portale ein, suche die passende Unterkunft am gewünschten Zielort (zugegeben, ich habe mich zu einer kurzen Suche nach Schlössern in Irland hinreißen lassen …) und starte eine Buchungsanfrage. Diese wird innerhalb weniger Stunden beantwortet. Meine Wohnung in Prag war also gebucht. Geld soll, wie auf allen Portalen üblich, erst nach unserer Ankunft fließen, um Reisenden einen zusätzlichen Schutz zu bieten.

Mein Fazit: Allen, die die Welt hautnah und möglichst gefühlsecht erkunden möchten, bieten Airbnb & Co eine wirklich gute und zumeist günstige Alternative. Aber es gibt auch Stolperfallen.

Die Risiken für Reisende:

Kaum Kontrollen

Wie bereits erwähnt sind die Unterkünfte vielfach bebildert und werden teilweise auch vorab besichtigt. Aber eben nicht immer und überall. Damit kann es mal passieren, dass etwas nicht so ist, wie angegeben. Zwar bieten einige Portale in einem solchen Fall Ihre Unterstützung bei der Suche einer Ersatzunterkunft aber damit ist einem bei einem Kurztrip ja auch nur teilweise geholfen.

Die Gastgeber sind Privatpersonen

Dieses an sich fabelhafte Prinzip birgt auch einige Tücken. Denn Privatpersonen denken nicht serviceorientiert und lassen sich eben auch mal Zeit mit dem Rückruf, kommen zu spät zur Schlüsselübergabe oder sind versehentlich gerade nicht zu Hause. Ärgerlich aber menschlich.

Mangelnde Standards

Ein weiteres Problem kann in der Unübersichtlichkeit bestehen. Die Belegung einer kleinen Wohnung mit einer ganzen Schulklasse ist zwar billig aber eben nicht besonders sicher. Zudem werden oftmals die Hygiene- und Sicherheitsstandards nicht eingehalten. So fehlen beispielsweise Feuerlöscher oder Pläne für den Fluchtweg, was im Ernstfall eine konkrete Bedrohung sein kann.

Gastgeber leben nicht ungefährlich

Keine Frage, es ist erst einmal eine tolle Möglichkeit, die eigene Wohnung während der eigenen Abwesenheit unterzuvermieten. Damit hat man schließlich einen Teil der eigenen Reise schon wieder raus. Aber Vorsicht: die neuen Vermieterfreuden bergen auch einige Risiken für Gastgeber. Besonders wer sich mit der selbst vermieteten Wohnung einen kleinen Nebenverdienst sichern möchte, sollte sich vorher sorgfältig informieren.

Die Risiken für Gastgeber:

Verstoß gegen den Mietvertrag

Selbst wenn eine Untervermietung generell im eigenen Mietvertrag gestattet ist, gilt diese nicht für die Vermietung über eines der Vermittlungsportale. Der Vermieter muss hierfür um gesonderte Erlaubnis gebeten werden. Wer darauf dennoch verzichtet, muss im schlimmsten Fall mit einer Kündigung rechnen.

Hauptmieter haften für Untermieter

Geht etwas kaputt oder benimmt sich der Gast anderweitig daneben, haftet im Zweifel der Hauptmieter. Das kann richtig teuer werden, wenn der Untermieter beispielsweise den Hausschlüssel eines Mehrfamilienhauses verliert.

Mieteinnahmen müssen versteuert werden

Es spielt keine Rolle, ob Sie einen Tag im Jahr oder 12 Monate durchgehend vermieten. Mieteinnahmen sind steuerpflichtig und müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Es gelten die eigenen Regeln

Die Vermittlungsportale treten rechtlich ausschließlich als Vermittler auf. Das bedeutet, dass Regelungen hinsichtlich Stornierung, Kaution, Anzahlung oder Reinigung selbst getroffen werden müssen. Schriftlich in einem Vertrag für jeden Untermieter, ganz gleich, wie kurz oder lange er zu bleiben gedenkt.

Ich darf zusammenfassen: die neuen Vermittlungsportale für Privatunterkünfte sind mit Sicherheit eine interessante Alternative – sofern man sich vorab auch mit den möglichen Risiken auseinandersetzt. Die Wohnung in Prag ist gebucht. Mein übermütiger Vorschlag, unsere eigene Wohnung für diese Zeit in den Portalen anzubieten, wurde allerdings im Familienplenum abgelehnt. Zum Glück, wenn ich ehrlich sein soll. Denn in fremden Betten zu schlafen mag das eine sein. Aber Fremde im eigenen Bett, das ist dann doch etwas gänzlich anderes.

2 Kommentare

  1. Ich muss mich schon wunder über die polemische Darstellung von Airb&b finde es richtig àrgerlich Ihre umdifferenzierte Darszellung.
    Reise mit So schon seit Jahren und hatte noch nie Probleme eher dann mit Hotels und Pensionen.

    1. Liebe Monika,
      wir freuen uns zu hören, dass Sie zu den zufriedenen Nutzern privater Vermittlungsportale gehören. Und wir wünschen jedem Leser natürlich das gleiche Glück! Allerdings finden wir es richtig und wichtig, möglichst allen Seiten eines Themas Raum und Zeile zu geben. Insbesondere dem Sicherheitsaspekt, das liegt wohl in unserer Natur. Daher sei es gestattet, dass wir nicht nur die Sonnenseiten, sondern eben auch mögliche Gefahren und Stolpersteine einbeziehen. Das verstehen wir keineswegs als Polemik, sondern vielmehr als unsere Aufgabe als verantwortungsvolles Versicherungsunternehmen.

      Umso besser, dass Sie sich hier als lebendiges Beispiel dafür präsentieren, wie alles glatt laufen kann. Dafür herzlichen Dank und weiterhin viel Freude beim Privat-Unterkommen!

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